Sport : Kombinierer Ackermann wird Zweiter

Benedikt Voigt

Ruhpolding - Auch ein Doppel-Weltmeister kann sich täuschen. Das zeigt ein Satz von Ronny Ackermann, den der Kombinierer sprach, nachdem sein großer Rivale Hannu Manninen gesprungen war. Der Finne segelte so weit, dass Ackermann resigniert den Kopf schüttelte. Dann sagte er: „Manninen wird sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen.“

Als Ackermann eineinhalb Stunden später nach 7,5 Kilometern Langlaufen beim tief verschneiten Ruhpoldinger Sprint- Weltcup die letzte Abfahrt hinabglitt, hatte er Manninen überholt. Vor ihm überquerte lediglich der Österreicher Felix Gottwald die Ziellinie. „Es war ein super Rennen“, sagte Ackermann, „es geht Stück für Stück nach oben.“ Zum dritten Mal in diesem Weltcup-Winter lief er auf einen zweiten Platz. Rang drei belegte der Norweger Petter Tande.

Der Weltcupführende Manninen brach auf der letzten Runde in Führung liegend ein und überquerte nur auf Rang fünf die Ziellinie. „Ich weiß nicht, warum das passiert ist“, sagte der Finne, „so einen Einbruch habe ich noch nie erlebt.“ Seine Ski seien vielleicht nicht die besten gewesen. „Aber schlecht waren sie auch nicht“, sagte Manninen. Vier Läufer musste er auf den letzten 1,5 Kilometern vorbeiziehen lassen, dabei zählt er zu den stärksten Läufern. Doch die harte Strecke in Ruhpolding forderte ihren Tribut. „Wir mussten alle ans Limit gehen“, sagte Ackermann, „so etwas kann jedem von uns passieren.“

Der Bundestrainer nahm Manninens Probleme als positives Zeichen. In Oberhof hatte Ackermann dem Finnen noch nicht folgen können. „Manninen hat jetzt schon zwei-, dreimal Schwächen im Lauf gezeigt“, sagte Hermann Weinbuch. Das sei gut für Ackermanns Selbstbewusstsein, „nun muss er nicht mehr so viel von Manninen wegspringen“. In Ruhpolding konnte er im Laufen einen Rückstand von 16 Sekunden aufholen.

Am Freitag in Schonach startet Ackermann den nächsten Versuch, seinen ersten Weltcuperfolg in dieser Saison zu erreichen. Doch der Bundestrainer verlangt das noch nicht. Er sagt: „Ich wäre auch zufrieden, wenn er seinen ersten Sieg bei Olympia feiert.“

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