Kommentar : 1. FC Köln - bescheiden und erfolgreich

Der 1. FC Köln ist zum fünften Mal in die Bundesliga aufgestiegen. Doch statt vom Europapokal zu faseln, reden die Kölner auf einmal vom Klassenerhalt. Richtig so, findet Sebastian Stier, denn gut sind die, die sich nicht überschätzen.

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Randbemerkung: Auch wenn sich die Kölner Bank und Trainer Peter Stöger hier aufregen, scheint der 1. FC Köln die Bescheidenheit für sich entdeckt zu haben.
Randbemerkung: Auch wenn sich die Kölner Bank und Trainer Peter Stöger hier aufregen, scheint der 1. FC Köln die Bescheidenheit...Foto: Imago

Konsolidierung? Erst einmal in der Liga halten? Wer sind Sie, und was haben Sie mit dem 1. FC Köln gemacht? Das ist man geneigt zu fragen, wenn man den Verantwortlichen des Klubs dieser Tage zuhört. Kein Gerede vom Europapokal, von hochtrabenden Zielen, vom zweiten oder dritten Schritt, der in Köln so oft, zu oft, vor dem ersten kam.

Bescheiden präsentiert sich Köln nach der erneuten Rückkehr in die Bundesliga. Dort wartet nun vielleicht die anspruchsvollste Aufgabe: Der Klub muss an dem eingeschlagenen Kurs festhalten und nicht abrücken von den neuen Prinzipien, sobald die Saison anders verläuft als erhofft und das Volk Konsequenzen fordert. Die Erwartungshaltung ist in Köln traditionell groß. Abstiegskampf ist dem Publikum nur schwer zu verkaufen. Und doch geht es nicht anders.

Trainer Peter Stöger und die jungen Talente verdienen Vertrauen, die Mannschaft verfügt über ein stabiles Gerüst. Kontinuität sollte daher die neue Losung sein, auch wenn Köln traditionell nach großen Namen lechzt. Selbst Volksheld Lukas Podolski konnte vor zwei Jahren den erneuten Abstieg nicht verhindern und entschwand nach London.

Die Bundesliga hat sich verändert. Tradition ist inzwischen zur Bürde geworden. Weil bei den Klubs, die polarisieren, oft zu viele Leute mitreden wollen und Geltungssucht keine objektiven Entscheidungen zulässt. Siehe Hamburger SV.

Gut sind die, die sich nicht überschätzen, unaufgeregt ihrer Arbeit nachgehen und sich nicht von äußeren Einflüssen aus der Ruhe bringen lassen. Siehe Mainz. Siehe Augsburg. Siehe Freiburg. Das sind die Klubs, an denen sich Aufsteiger wie Köln orientieren müssen. Dann klappt es irgendwann vielleicht auch wieder mit dem Europapokal.

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