Kommentar : 1. FC Union: Kommerz in der Nische

Bei der Mitgliederversammlung vermeldet der 1. FC Union Rekorde in allen Bereichen. Der Fußball-Zweitligist ist erfolgreich, ohne sich zu verbiegen, meint Sebastian Stier. Ein Kommentar.

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Unions Präsident Dirk Zingler hatte bei der Mitgliederversammlung viele erfreuliche Dinge zu verkünden.
Unions Präsident Dirk Zingler hatte bei der Mitgliederversammlung viele erfreuliche Dinge zu verkünden.Foto: dpa

Beim 1. FC Union sind sie stolz darauf, die Dinge etwas anders anzugehen. Der Berliner Zweitligist inszeniert sich erfolgreich als Hüter der Fankultur. Union will ein Gegengewicht zum Mainstream sein und all jenen ein Zuhause bieten, die sich beim Stadionbesuch auf das Wesentliche jenseits von Werbeshows und Pausenprogramm konzentrieren, nämlich auf den Fußball.

Längst ist der Verein zur schillernden Marke geworden, was die gestern auf der Mitgliederversammlung veröffentlichten Zahlen belegen. In den Bereichen Etat, Einnahmen und Gewinn vermeldet Union Rekorde. Auch dank der Zuschauer, die in Massen in die Alte Försterei strömen. Das bringt Geld, mit dem Union arbeiten kann, arbeiten muss. Profiklubs sind auf Einnahmen angewiesen, Union erzielt sie über das Geschäftsmodell Antikommerz.

Der Klub boomt, weil er es verstanden hat, in der Nische Geld zu verdienen. Abseits von Investoren und Großsponsoren gehen die Berliner ihren Weg, vielleicht führt er sogar in die Bundesliga. Die wirtschaftliche Basis dafür ist gelegt.

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