Kommentar : Ailton am Cashpoint

Lars Spannagel rätselt über Ailtons Wechsel nach Österreich.

Lars Spannagel
Ailton
Ich bin ein Österreicher. Ailton.Foto: dpa

Es war nur eine Frage der Zeit: Ailton ist im österreichischen Fußball angekommen. Mit dem SCR Cashpoint Altach hat sich ein Klub gefunden, der den Brasilianer noch ein bisschen durchfüttern will. Glückwunsch! Die Frage ist nur: Wem nutzt der Wechsel mehr?

Acht Arbeitgeber in vier Jahren

Ailton ist mittlerweile 35 Jahre alt, Cashpoint wird sein achter Arbeitgeber sein, seit er Bremen 2004 als „Fußballer des Jahres“ in Richtung Schalke verließ. Seine stärkste Aktion der vergangenen Jahre war Ailtons offizielle Vorstellung beim MSV Duisburg: Feist grinsend thronte der Stürmer auf einem weiß-blauen Plastikzebra. Das hatte Stil, das war Toni, beleibt und lebhaft. Sonst fiel er nur durch seine nicht existente Fitness auf, Tore schießt er schon lange nicht mehr. Wie verzweifelt muss man sein, um Ailton zu verpflichten?

Sehr verzweifelt! Nach sieben Spielen in Österreichs Bundesliga liegt Cashpoint mit nur drei Punkten und einem Torverhältnis vom 5:22 auf dem vorletzten Rang. Unter anderem gab es ein 2:7 in der Cashpoint-Arena (ehemals Sportanlage Schnabelholz) gegen Rapid Wien. Am kommenden Freitag steht dem SCR ein schweres Spiel in Kapfenberg bevor, beim Tabellenletzten KSV Superfund. Die Fans hoffen auf eine Niederlage, damit der verhasste Trainer endlich gefeuert wird.

Hat ihn der Vereinsname "Cashpoint" geblendet?

Weiß Ailton über all das Bescheid? Hat ihn der Name „Cashpoint“ geblendet? Sammelt er skurrile Klubnamen (Grashopper, Roter Stern, Metalurg, Schalke)? Braucht Altach ein neues Maskottchen? Steckt das Fremdenverkehrsamt Altach dahinter, um Touristen aus den glamouröseren Nachbargemeinden Düns, Röns und Schlins wegzulocken?

Im Altacher Fußballlied heißt es: „Haben wir ein Spiel verloren, ist es nicht so schlimm (hipphipphurra). Müssen wir halt fest trainieren, auf das nächste Mal (hipphipphurra).“ Zumindest das kann Ailton nicht gewusst haben, sonst wäre er bestimmt in Donezk geblieben.

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