Kommentar : Alba: Weg mit dem Frust

Lars Spannagel wünscht den Basketballern, dass sie die Pleite mit 41 Punkten Unterschied in Vitoria schnell wegstecken.

Es ist keine Schande, bei Tau Vitoria zu verlieren, keine Frage. Trotzdem hat die 65:106-Niederlage beim Spanischen Meister Alba Berlins Basketballern und ihren Fans weh getan. Denn sie hat überdeutlich gemacht, dass es in der Europaliga noch Mannschaften ganz anderen Kalibers gibt, als es der Deutsche Meister derzeit ist. 41 Punkte weniger als der Gegner – das tut weh, das macht nachdenklich. Auch wenn Topscorer Julius Jenkins gegen Tau fehlte. Und Alba mit Patrick Femerling derzeit nicht nur auf den erfahrensten und längsten Spieler im Kader verzichten muss, sondern auch auf den einzigen, der die Europaliga schon einmal gewonnen hat (2003 mit dem FC Barcelona). Spitzenmannschaften wie Tau, Piräus oder ZSKA Moskau können solche Ausfälle wegstecken, Alba nicht.

Der Eindruck des Debakels überdeckt jetzt erst einmal, wie begeisternd die Berliner zum Auftakt Rom niederrangen und wie teuer sie sich bei der Niederlage in Istanbul verkauften. Sie müssen jetzt versuchen, die Niederlage zu verarbeiten. Sieben Gruppenspiele stehen noch aus, es bleibt noch viel Zeit. Ein Ausscheiden in der Vorrunde wäre für Alba keine Katastrophe, der Klub will sich Schritt für Schritt in der europäischen Spitze etablieren. Schlimm wäre es allerdings, wenn die letzten Gruppenspiele schon bedeutungslos wären, wenn es Mitte Januar im Heimspiel gegen Ljubljana um nichts mehr ginge. Denn in der ersten Europaligasaison nach vier Jahren ist für Alba vor allem wichtig, dem Berliner Publikum und der Basketballwelt zu zeigen, dass der Klub in Europa konkurrenzfähig ist. Und kein Kanonenfutter.

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