Kommentar : Albas Beweis der Unreife

Nach der 32-Punkte-Niederlage in Valencia sind die Berliner Basketballer so gut wie ausgeschieden aus dem Eurocup. Ausreden gibt es keine, denn so ganz so jung und erfahren, wie es Alba gerne kundtut, ist das aktuelle Team nicht, findet unser Autor.

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Wütend: Albas Trainer Sasa Obradovic
Wütend: Albas Trainer Sasa ObradovicFoto: dpa

Auf ein Wunder sollte niemand hoffen, Alba Berlins Europapokal-Saison wird am kommenden Dienstag enden. Die 54:86-Niederlage der Berliner Basketballer am Mittwochabend in Valencia war zu deutlich, 32 Punkte Rückstand wird das Team von Sasa Obradovic im Rückspiel des Eurocup-Viertelfinals nicht aufholen. Nicht gegen den spiel- und defensivstarken spanischen Tabellenzweiten, der Alba im Hinspiel deutlich aufzeigte, was den Berlinern zu einer europäischen Spitzenmannschaft noch fehlt.

Wie schnell dieses Alba-Team ins Taumeln kommen kann, bewies die Schwächephase in Valencia, in der die Berliner kopflos, konzeptlos und mutlos agierten, eine 0:23-Serie kassierten und die Chance auf das Viertelfinale innerhalb weniger Minuten verspielten. Albas Verantwortliche haben in dieser Saison – auch während der Vereinsrekordserie von 17 Siegen und nach Erfolgen gegen Bayern oder Bamberg – immer wieder betont, dass ihrer Mannschaft noch Reife und Stabilität fehlen. Valencia mag dafür als Beweis gelten.

Ausreden für die 32-Punkte-Niederlage gibt es aber keine. Schon gar nicht in einem Spiel, in dem es auf die Korbdifferenz ankam. Denn ganz so jung und unerfahren, wie es Alba gerne kundtut, ist das aktuelle Team nicht. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Profis schon oft im Europapokal gespielt. Auch dass sie unter Druck und gegen starke Gegner bestehen kann, hat die Mannschaft schon bewiesen. Insofern überrascht der Zusammenbruch der Berliner schon.

Das Gute am Debakel ist, dass sich sein Zeitpunkt verschmerzen lässt, zumal ein Weiterkommen gegen Valencia ohnehin unwahrscheinlich war. Aus der Art und Weise müssen die Berliner aber lernen. Auch Spitzenteams stolpern manchmal – aber sie brechen nicht zusammen.

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