Kommentar : Ballack und Raúl: Einmal rund, einmal eckig

Zwei große Fußballer einer Generation bestreiten am Samstag ihr letztes Heimspiel in der Bundesliga. Christoph Dach erklärt, warum es bei einem Abschied emotional zugehen wird und bei dem anderen förmlich.

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Zwei große Fußballer betreten heute zum letzten Mal vor heimischem Publikum die Bühne Bundesliga. Sie gehören einer Generation an, geboren 1976 und 1977, sie haben Titel geholt, der eine mehr, der andere (vor allem international) weniger, sie waren lange Zeit die herausragenden Spieler ihrer Nationalteams – so weit die Gemeinsamkeiten.

Dennoch könnte der Abschied von Michael Ballack und Raúl Gonzalez Blanco, kurz Raúl, unterschiedlicher kaum sein. Der Spanier geht im Frieden mit den Fans und sich selbst, er verabschiedet sich würdevoll in den fußballerischen Vorruhestand, ob er nun in die USA wechselt oder nach Katar. So, wie er sich in zwei Jahren auf Schalke trotz seiner großen Erfolge präsentiert hat: geerdet, ohne Allüren, bürgernah. Es wird sicher emotional zugehen bei seiner Verabschiedung.

In Leverkusen wird Michael Ballack gewiss auch ganz förmlich einen Blumenstrauß bekommen, die Fans werden ihn nicht auspfeifen – aber ihm eben auch nicht hinterhertrauern. Ballack hat sich im Gegensatz zu Raúl nie als Teil eines Kollektivs verstanden, sondern als arrivierten Weltstar, dem gefälligst Privilegien zustehen. So wie die Klubführung hat auch der frühere Kapitän der Nationalelf kräftig nachgetreten, als die Trennung zum Saisonende öffentlich wurde.

Rund und harmonisch oder überehrgeizig und kantig – so unterschiedlich können große Karrieren zu Ende gehen.

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