Kommentar : Barcelona - der Fluch nach dem Segen

Nach dem Debakel im Halbfinale der Champions League steht der FC Barcelona vor der Frage: Setzt man weiter auf den eigenen Nachwuchs oder verkauft man einige Talente und macht es Neuankömmlingen leichter? Entscheiden wird das am Ende nur einer.

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Die Zukunft saß auf der Bank, gemeinsam mit der Gegenwart und der Vergangenheit. Alles verkörpert von einem betrübt dreinblickenden Mann: Lionel Messi. Der Argentinier, in den letzten Jahren maßgeblich am Erfolg des FC Barcelona beteiligt, in dieser Saison erneut bester Torschütze, wird auch in Zukunft der Fixpunkt im Spiel der Katalanen sein. Messi ist, obwohl schon vier Mal Weltfußballer, erst 25 Jahre alt. Ihm bleiben noch ein paar Jahre als Spitzenkraft des Weltfußballs.

Von einigen seiner Mitspieler beim FC Barcelona lässt sich das nicht mehr sagen. Xavi etwa, Dani Alves, David Villa oder Carles Puyol. Die Erfolgssträhne der Guardiola-Jahre ist vorbei, die Aura der Unbesiegbarkeit verflogen. Das haben die beiden Spiele gegen den FC Bayern gezeigt. Die Mannschaft wird aufgehübscht werden müssen, wenn schon nicht ein neues Gesicht, so braucht es doch wenigstens etwas Makeup, um in Zukunft wieder zu strahlen. Namen flirren durchs Camp Nou: Hummels, Neymar, Isco, de Gea. Zuletzt hat sich Barça mit Neuverpflichtungen schwergetan, das ist der Fluch nach dem Segen der Zeit unter Josep Guardiola. Die Liste der Fehleinkäufe ist lang. Seitdem Spieler der eigenen Jugendakademie den Großteil des Teams bilden, haben es Fußballer von außen schwer. Der Spielstil bereitet ihnen Probleme, Tiki-Taka, Kurzpässe bis zur Ermüdung, sind nicht jedermanns Sache.

Barcelona wird sich im Sommer entscheiden müssen: Vertraut man weiter ohne Abstriche in die eigene Spielphilosophie und setzt noch stärker auf aufstrebende Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs? Dann könnte es etwas dauern, bis man wieder absolute Spitze ist. Oder rückt man etwas von den Kurzpässen ab, verkauft einige Talente und macht es so Neuankömmlingen leichter? Entscheiden wird das am Ende Lionel Messi. Ohne ihn geht bei Barça nichts. Das hat spätestens der Mittwoch gezeigt.

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