Kommentar : Basketball: Klotzen statt pleite gehen

Segen oder Seifenblase? Lars Spannagel über das geplante Hamburger Basketball-Spitzenteam - als neuer Gegenpol für Alba Berlin.

Lars Spannagel

In Zeiten der Finanzkrise sind Investitionen rar. Umso unglaublicher klingt die Nachricht aus Hamburg: Zwei reiche Amerikaner wollen mit viel Geld ein Basketball-Profiteam in der Hansestadt aufbauen – nein, hinklatschen. Von zweistelligen Millionenbeträgen ist die Rede, vom Titel in der Basketball-Bundesliga (BBL) und einem Angriff auf die europäische Spitze. Zuletzt hat die BBL eher mit einer Reihe von Beinahe-Pleiten auf sich aufmerksam gemacht. Die Liga-Führung sollte also genau prüfen, wer sich da einkaufen will.

Der deutsche Basketball ist nicht für sein eindrucksvolles Return-on-Investment bekannt. Die beiden Amerikaner – ein Unternehmensberater und ein Finanzinvestor – kommen natürlich nicht nach Hamburg, um Geld zu verschenken: Sie wollen es verdienen. Dafür müssen sie sich langfristig engagieren. Dann könnte ein finanzstarker Klub als Gegenpol zu Alba der Liga und der Sportart insgesamt in Deutschland guttun. Die BBL muss den beiden Investoren aber klarmachen, dass nicht nur viel Geld gefragt ist, sondern auch viel Geduld. Denn ein Rückzug würde nicht nur dem traditionsreichen Basketball-Standort Hamburg schaden, an dem schon seit 2001 kein Profiteam mehr spielt, sondern auch der BBL.

„Wir hoffen, dass die Seifenblase nicht noch zerplatzt“, sagt einer, der an dem Projekt mitarbeitet. Dem kann man sich im Sinne des deutschen Basketballs nur anschließen.Seite 18

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