Kommentar : Beim 1. FC Union schlägt Siegeswille Dankbarkeit

Beim Abwägen zwischen Loyalität und Weiterentwicklung hat der 1.FC Union eine sportliche Entscheidung getroffen - und Trainer Uwe Neuhaus entlassen. Unser Sportchef kommentiert.

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Uwe Neuhaus wir den 1. FC Union ab der kommenden Saison nicht mehr trainieren.
Uwe Neuhaus wir den 1. FC Union ab der kommenden Saison nicht mehr trainieren.Foto: dpa

Der 1. FC Union ist ein besonderer Verein, und deshalb sind die wichtigen Entscheidungen des Klubs auch immer besondere. So auch die über die Besetzung des Trainerpostens. Man kann sich gut vorstellen, wie die Köpfe der Verantwortlichen und vor allem von Präsident Dirk Zingler hin- und herwogten. Zwischen der Loyalität zu einem Trainer, der mit dem Verein viel erreicht hat und der von seiner Haltung bestens zu einem Klub passt, der einst von Schlosserjungs zum Leben erweckt wurde.

Uwe Neuhaus ist ein Arbeitertyp, ausgebildet in einem Hüttenwerk im Ruhrgebiet. Doch auf der anderen Seite stand der nachvollziehbare Wunsch, den 1. FC Union weiterzuentwickeln. Und nicht zusehen zu müssen, wie die Mannschaft immer in den großen Spielen Schwäche zeigt. Denn die Großen zu ärgern, das gehört zum Selbstverständnis dieses Klubs.

Die Entscheidung, nicht mit Neuhaus in die nächste Saison zu gehen, ist am Ende eine sportliche. Weil das Wichtigste für einen Verein immer noch das Gewinnen ist, so geduldig und gefühlig seine Fans auch sein mögen. Weil Neuhaus in dieser Saison nicht zeigen konnte, dass er in den entscheidenden Spielen ein Siegtrainer ist. Und weil zu befürchten war, dass es in der nächsten Saison nicht nur einen Stillstand geben würde, sondern einen Rückschritt.

Beim 1. FC Union wurde die Saison stets schon einige Spieltage vor Schluss belanglos

Es drohte beim 1. FC Union zur Gewohnheit zu werden, dass eine Saison immer schon einige Spieltage vor Schluss belanglos austrudelt. Ohne Ziel, ohne Spannung und ohne richtig guten Fußball. Zumal die Mannschaft gerade einen Neuaufbau nötig hat und dafür einen Trainer braucht, der taktisch auf Ballhöhe ist und auch noch die richtige Nase für Neuverpflichtungen besitzt.

Dafür wird der 1. FC Union jetzt einen neuen Trainer suchen. Und weil es ein besonderer Verein ist, muss es auch ein besonderer Trainer werden. Ein modern denkender, ein wenig altmodisch handelnder Arbeiter – wenn der Klub den finden sollte.

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