Kommentar : Der 1. FC Köln muss Dreck fressen

Herthas Konkurrent im Abstiegskampf, der 1. FC Köln, hat eine neue Führungsetage. Mathias Klappenbach über Schumacher, Spinner und die Zukunft des Clubs aus der Domstadt.

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Die neue Kölner Führung: Toni Schumacher, Werner Spinner und Markus Ritterbach
Die neue Kölner Führung: Toni Schumacher, Werner Spinner und Markus RitterbachFoto: dpa

Ab jetzt wird alles anders. Der Klub ohne Präsidenten, Sportdirektor, Trainer und Plan hat wieder eine Führung. Mit großer Mehrheit wurden Werner Spinner, der die Macht des Präsidentenamts sogar verkleinern will, und sein Team an die Spitze des 1. FC Köln gewählt.

Schon diese Einigkeit ist bemerkenswert, wenn sie auch aus der Verzweiflung des sportlich und finanziell darbenden Klubs, dem noch Relegationsspiele gegen Fortuna Düsseldorf drohen, geboren ist. Zu Spinners Team gehören als Vizepräsidenten der Karnevalsmensch Markus Ritterbach – und Toni Schumacher.

Dabei gab es gar nichts zu trinken. „Heute kein Alkoholausschank“ stand an den Verkaufsständen, und die 4400 stimmberechtigten Mitglieder verursachten kein Durcheinander wie beim Rücktritt des Präsidenten Wolfgang Overath im vergangenen November. Sie vertrauen Schumacher, der für die kommende Saison Trainer und Manager finden soll.

Vor 25 Jahren war Schumacher in Köln wegen seines Skandal-Buchs „Anpfiff“ rausgeflogen, in den Jahren danach durfte der Ex- Torwart nicht einmal Mitglied sein und fiel nur als scharfer Kritiker der jeweiligen Vereinsführung auf.

„Es geht nicht darum, das Trikot zu küssen, sondern Dreck zu fressen“, sagte Schumacher in seiner Bewerbungsrede, die sich inhaltlich nicht von historischen Auftritten so manches Kandidaten bei Schalke 04 unterschied.

Schumacher, ein hoher Karnevalsfunktionär und der Wirtschaftsmann Spinner (ehemals Vorstand der Bayer AG, in Leverkusen!). Das könnte klappen, es spricht nichts dagegen. Aber auch nichts dafür.

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