Kommentar : Der Alte bringt die Wärme

Michael Rosentritt beglückwünscht den FC Bayern zu Jupp Heynckes.

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Inzwischen tragen die drei hohen Herren oben im Rang alle eine Brille. Älterwerden in Würde, das ist es doch. Wie Jupp Heynckes, der bei seinem Dienstantritt in München im Sommer 66 Jahre alt sein wird. Auch die Führungstroika des FC Bayern – Hoeneß, Rummenigge, Beckenbauer – ist in die Jahre gekommen. In die besten, sagen die einen. Andere sehen die Rente nahen.

Hat sich Hoeneß nicht mit Verweis auf sein Alter aus dem operativen Geschäft (als Manager) auf den Posten des Präsidenten zurückgezogen? Da ist er fast verrückt geworden in den letzten Monaten. Er mochte nicht tatenlos zusehen, wie sein Verein sich entfremdete. Vom Volk, von seiner Seele, von Hoeneß. Also kommt Heynckes, Ulis Freund. Der FC Bayern rückt wieder mehr an Hoeneß heran.

Das Alter spielt beim FC Bayern keine Rolle mehr, jedenfalls nicht auf der Kommandobrücke. Der Rekordmeister wird nun wieder ein bisschen mehr nach Hoeneß aussehen, riechen und sich anfühlen. Bajuwarischer, wärmer, barocker. Nicht mehr so galoppierend und innovativ wie der kalifornische Facelift-Trainer Klinsmann, mit denen die drei sich gleich mit verjüngen wollten. Aber auch nicht mehr so blasiert wie unter dem gockelhaften Holländer und Gladiolen-Siezer van Gaal. Heynckes ist eine gute Wahl, nicht weil er schon etwas älter ist, sondern weil er das Älterwerden schätzen gelernt hat.

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