Kommentar : Der Damenwart

Friedhard Teuffel wünscht sich John McEnroe fürs Tennismixed zurück.

Friedhard Teuffel

Es stellt sich immer mehr heraus, dass John McEnroe wirklich zur falschen Zeit geboren wurde. Zu früh und doch zu spät, eigentlich beides. Wenn er später geboren worden wäre, dann wäre das Männertennis nicht zwischendurch so langweilig geworden. Aber noch wichtiger ist: Er hätte auch an einem Wettbewerb teilnehmen können, der eigens für ihn erfunden worden sein könnte – dem gemischten olympischen Doppel. Dieses geschlechterübergreifende Paarspiel gab es bei Olympia früher schon einmal, zuletzt 1924 in Paris, aber da gab es John McEnroe noch nicht. Doch nun kehrt es zurück ins olympische Programm, 2012 in London. Und wieder wird McEnroe nicht dabei sein. Kein bisschen übertrieben ist es, dass eine der größten Versöhnungsgeschichten der Sportgeschichte ungeschrieben bleiben wird.

McEnroe an der Seite einer Tennisspielerin und auf der anderen Seite des Netzes noch eine Spielerin – das wäre es gewesen. Denn McEnroe ist nicht nur mit vielen Titeln in die Historie eingegangen, sondern hatte eine ähnliche Ansicht wie Richard Krajicek, der einst sagte: „80 Prozent der Tennisspielerinnen sind fette, faule Schweine.“ Was hätte in einem olympischen Mixed mit McEnroe nicht alles passieren können: 1. Seine Gegnerin spielt ihm den Ball durch die Beine. 2. Die Frau an seiner Seite reißt das Spiel herum und hilft ihm so aus einer misslichen Lage. 3. McEnroe erklärt bei der anschließenden Pressekonferenz, sie hätten gewonnen, obwohl er mitgespielt habe. Mixedsieger McEnroe, diese Geschichte ist selbst für Olympia zu schön.

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