Kommentar : Der VfB und der Fluch des Geldes

Geld in der Kasse dank Mario Gomez: Benedikt Voigt erklärt, warum Stuttgart zwanzig Millionen Euro ausgeben sollte.

Benedikt Voigt

Wer denkt, dass Geld die Lösung aller Probleme ist, sollte mal den VfB Stuttgart fragen. Da wird er anderes zu hören bekommen. Natürlich ist es erst recht schlimm, mittellos zu sein, aber über sehr viel Geld zu verfügen, ist auch ein Problem. Erst recht, wenn es jeder weiß.

Am liebsten hätte der VfB Stuttgart wohl verheimlicht, dass er Mario Gomez für 35 Millionen Euro an die Bayern verkauft hat. Denn seitdem erlebt er ein kurioses Phänomen: Wollen die Unterhändler der Schwaben einen neuen Spieler verpflichten, steigt dessen Preis exakt in dem Moment, in dem sie den Namen ihres Auftraggebers nennen. Denn jeder Klub Europas weiß: Bei den Stuttgartern liegt zurzeit richtig viel Geld in der Kasse.

Plötzlich verlangt Hoffenheim 15 Millionen Euro für den zurzeit verletzten Angreifer Demba Ba. Einst hat der Klub nur drei Millionen für ihn überwiesen. Und Standard Lüttich will 8,5 Millionen Euro für den serbischen Nationalspieler Milan Jovanovic. Als die Stuttgarter Unterhändler diese Summe hörten, sind sie noch am selben Tag empört wieder abgereist. Rund 4,5 Millionen hätten sie sich vorstellen können. Nun aber sieht es so aus, als würde der VfB Stuttgart mit Real Madrid handelseinig werden. 20 Millionen, so heißt es, wollen die Stuttgarter für Klaas-Jan Huntelaar bezahlen. Das sollten sie am besten auch tun. Zum einen ist es ein fairer Preis, denn Real Madrid hat einst dieselbe Summe für Huntelaar bezahlt. Und es hätte zum anderen noch einen weiteren Vorteil: Der größere Teil des Geldes wäre endlich weg.

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