Kommentar : Die letzte Stufe

Tagesspiegel-Autor <i>Dominik Bardow</i> sieht Michael Ballack an einem Wendepunkt.

von

Michael Ballack gilt vielen als Verlierer, als einer, der kurz vor dem Triumph stets scheitert. Was internationale Titel angeht, mag das stimmen; was Verträge anbelangt, war Michael Ballack immer ein Gewinner.

Wenn in seiner Karriere eine Vertragsverlängerung oder ein Wechsel anstanden, spielte er seine besten Saisons, oft gekrönt von einem starken Turnier wie 2002 oder 2006. Der Lohn war stets, die nächste Karrierestufe zu erklimmen. Nun hat das Glück Ballack erstmals verlassen. Gerade als er mit Chelsea verhandelte, rissen ihm die Bänder. Und jetzt, wo er einen neuen Arbeitgeber sucht, wird er sich bei der WM nicht präsentieren können.

Ballack hat große Ziele, er will noch zur EM 2012, mit dann fast 36 Jahren. Doch sollte die Nationalelf in Südafrika unter Kapitän Philipp Lahm groß aufspielen, käme bald die Debatte auf, ob man den Anführer Ballack noch braucht. Bei seinem neuen Klub wird es für ihn also nicht darum gehen, die nächste Stufe zu erreichen – sondern darum, seinen jetzigen Status zu halten. Michael Ballacks wohl letzter Vertrag wird daher sein wichtigster.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben