Kommentar : Ein Schlag gegen das Monster

In Singapur wurde gerade ein wichtiger Sieg im Kampf gegen weltweite Spielmanipulationen errungen. Unser Autor Friedhard Teuffel ist sich dennoch sicher: Der Krieg gegen die internationale Wettmafia geht weiter.

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Anfang Februar zählte Europol alle manipulierten Fußballspiele zusammen, die mehrere staatliche Strafverfolger in den vergangenen Jahren ermittelt hatten – und kam auf knapp 700.
Anfang Februar zählte Europol alle manipulierten Fußballspiele zusammen, die mehrere staatliche Strafverfolger in den vergangenen...Foto: dpa

Der weltweit wichtigste Sieg im Fußball in diesen Tagen wurde gerade in Singapur gefeiert. Gegen einen über Jahre unbezwungenen Gegner. Er konnte ungehindert durch die Strafräume mehrerer Länder spazieren. Niemand hat ihn umgegrätscht. Doch damit ist jetzt Schluss. Dan Tan ist verhaftet.

Dan Tan ist der Pate der internationalen Fußball-Wettmafia. In Italien und Ungarn wurde er bereits angeklagt, auch die Staatsanwaltschaft in Bochum stieß auf seinen Namen, als sie Spielmanipulationen in Deutschland und mehreren europäischen Ländern ermittelte. Er soll für den Wettbetrug in Hunderten von Spielen verantwortlich sein. Dagegen ist Ante Sapina ein Kleinstkrimineller.

Die Polizei in Singapur hat lange gebraucht, um Dan Tan zu verhaften. Dass er hinter vielen Betrugsfällen steht, war lange bekannt. Doch immerhin hat sie überhaupt zugeschlagen und mit ihm zusammen weitere Verdächtige in Fußball-Mannschaftsstärke festgenommen.

Wettbetrug und Doping sind die beiden hässlichen Monster des Sports, sie lassen sich nicht so einfach ausrotten. Nach Dan Tans Verhaftung werden dem Monster sicher neue Köpfe wachsen. Aber der Schlag gegen Dan Tan ist dennoch ein großer Sieg, weil er anderen zeigt, dass es tatsächlich eine globale Zusammenarbeit gegen Wettmanipulation gibt. Und weil man auch in Asien, dem wichtigsten Marktplatz für Sportwetten, nicht einfach so über den Betrug im Spiel hinwegsieht. Mit Dan Tan ist nun ein ganzes Netzwerk zerschlagen. Nun darf man gespannt sein, welche Spieler und Funktionäre er belastet.

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