Kommentar : Eine Faust geht nach Süden

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat bisher wenig Basketball-Sachverstand gezeigt. Doch mit der Verpflichtung von Svetislav Pesic haben die Bayern alles richtig gemacht.

von
Noch in Hoeneß' Hintergrund: Svetislav Pesic.
Noch in Hoeneß' Hintergrund: Svetislav Pesic.Foto: dapd

Bislang sind die Chefs des FC Bayern nicht gerade durch Basketballsachverstand aufgefallen. Präsident Uli Hoeneß fabuliert gerne einmal von Dreipunktewürfen als „Standardsituationen“ und zieht damit jede Menge Spott auf sich. Mit der Verpflichtung von Svetislav Pesic allerdings haben die Bayern alles richtig gemacht: Ihre kopflose Mannschaft braucht eine harte Hand, um zurück auf den richtigen Weg zu finden. Und mit Pesic macht sich nun die härteste Faust von allen auf den Weg nach Süden.

Der 63-Jährige ist aber weit mehr als ein Schleifer. Pesic hört zu, Pesic entwickelt sich weiter, Pesic denkt voraus. All das konnte man von Dirk Bauermann nicht mehr behaupten, folgerichtig wurde er in München im Sommer gefeuert. Hoeneß bezeichnete Bauermann sogar als „beratungsresistent“ – allerdings werden sich die Bayern noch wundern, wie starrhalsig auch Svetislav Pesic sein kann. In dieser Hinsicht ist auch Marko Pesic nicht zu beneiden, der als Sportdirektor offiziell Vorgesetzter seines Vaters ist, inoffiziell aber wohl eher wieder zum Sohnemann wird.

Der große Verlierer ist der Deutsche Basketball-Bund, der sich einen neuen Bundestrainer suchen muss – und keine Alternative hat, die in puncto Expertise und Strahlkraft nur annähernd an Pesic herankommt. Vielleicht wird der Trainer im Sommer 2013, bevor er einen längerfristigen Vertrag in München unterschreibt, bei der EM aber noch ein Comeback mit dem Nationalteam geben, womöglich hat er sich das vom FC Bayern sogar zusichern lassen. Wer weiß? Denn wenn der gestrige Tag eines bewiesen hat, dann dieses: Svetislav Pesic ist im deutschen Basketball alles zuzutrauen.Seite 17

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben