Sport : Kommentar: Entschuldigung eines Unschuldigen

Edgar Geenen hat sich also doch noch entschuldigt. Ein bisschen jedenfalls. Denn eigentlich sieht Geenen überhaupt keinen Grund zur Buße. Er sagt nämlich, dass er das, was er gesagt hat, gar nicht gesagt hat. Die Sitzung, in der der Manager des 1. FC Nürnberg das fußballernde Personal mit einer Tirade übelster Schimpfworte belegt hatte, war nicht öffentlich und damit streng geheim. Nach Geenens kruder Logik hat es seinen "verbalen Amoklauf" (dpa) also nie gegeben. Und deshalb ist auch nicht er der Schuldige, sondern - DER MAULWURF.

So denken sie in Nürnberg, und deshalb sollte sich niemand wundern, wenn er Michael A. Roth in diesen schweren Tagen mit einem Spaten durch die präsidialen Büroräume des FCN schleichen sieht. In Nürnberg geht es nämlich längst nicht mehr darum, den Abstieg noch zu verhindern; vorrangige Aufgabe ist es, erst einmal den unseligen Maulwurf zu finden, der mit seiner Wühltätigkeit die heile Welt beim Club unterminiert hat. Und dann: Mit dem Spaten ...

Doch wird es nicht ganz einfach sein, den Maulwurf tatsächlich aufzuspüren. Laut Brockhaus ist er "außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger", was zumindest Stefan Leitl insofern entlastet, als er zuletzt auf allen Vieren aus einem gewissen Etablissement gekrochen sein soll. Weitere Merkmale? Der Maulwurf hat "kleine bis völlig reduzierte Augen". Doch auch das hilft nicht weiter: Fast-Blinde gibt es beim Club genügend, sowohl im Sturm als auch in der Abwehr. Vielleicht sollte sich der Übeltäter einfach freiwillig melden. Ernste Verwerfungen muss er nämlich nicht fürchten. Maulwürfe gehören nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Arten.

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