Kommentar : Fall Florian Busch: Verlierer auf allen Seiten

Was der Eishockey-Verband versäumt hat. Katrin Schulze über das zweifelhafte Urteil im Fall Florian Busch.

Katrin Schulze

Florian Busch spielt einfach weiter. Der Nationalspieler von den Eisbären zieht unbehelligt seine Kreise – obwohl er am 6. März einen Dopingtest verweigert hatte. Dass der Profi mit diesem Vergehen so billig (er muss nur eine Geldstrafe von 5000 Euro bezahlen) davonkommt, liegt an dem Verband, für den er über das Eis schlittert.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat es versäumt, den aktuellen Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) in sein Regelwerk aufzunehmen und eine Athletenvereinbarung mit Busch zu unterzeichnen. Das Image des Vebandes leidet mächtig unter dem gleichermaßen laxen wie naiven Umgang mit den gängigen Anti-Doping-Statuten. Denn das Schiedsgericht konnte Florian Busch fast neun Monate nach dem verweigerten Test nicht adäquat bestrafen.

Das ist nicht nur eine Niederlage für den DEB, sondern offenbart das Kompetenzproblem der Nada. Sie setzt zwar Richtlinien fest, doch die Umsetzung obliegt den jeweiligen Verbänden. Und dabei macht der DEB eine denkbar schlechte Figur. Dass er einen Fehler bei der Verurteilung von Florian Busch begangen hat, ist eine Sache. Viel schlimmer ist allerdings, dass der Verband sein viel zu mildes Urteil bis zuletzt wie ein bockiges Kind rechtfertigte und eine glaubwürdige Anti-Dopingpolitik immer noch schuldig ist. Damit dürfte Florian Busch so ziemlich der Einzige sein, der sich über dieses zweifelhafte Urteil freut.

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