Kommentar : Frankreich: Neue Spieler braucht das Land

Blamage bei der WM, Erniedrigung gegen Weißrussland: Dominik Bardow wünscht Frankreichs Nationaltrainer den Mut Neun zu sagen.

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Am Dienstag wird es schon vor dem Spiel spannend: Denn gegen Bosnien-Herzegowina könnte Frankreichs Nationaltrainer mit Jérémy Toulalan den ersten WM-Revoluzzer wieder einsetzen. Nach dem Trainingsboykott in Südafrika sperrte der Verband Toulalan für ein Spiel, anders als Anelka (noch 17 Spiele Sperre), Evra (vier) und Ribéry (zwei) hat er seine Strafe nach der 0:1-Niederlage gegen Weißrussland bereits abgesessen. Blanc muss sich nun nicht nur entscheiden, ob er ihn aufbietet oder nicht – sondern auch, wie er grundsätzlich mit den WM-Rebellen verfährt.

Er sollte ihn ignorieren, wie auch die anderen drei. Am besten wäre es, Blanc würde auf jene WM-Spieler verzichten, die sich für die Vorfälle nicht mal entschuldigt haben. Und das sind fast alle. Stattdessen sollte Frankreich konsequent auf eine neue Mannschaft setzen. Die alte hat das Ansehen der Fußballnation in der Heimat und weltweit schwer beschädigt.

Dass der Schaden nicht irreparabel ist, zeigt die Tatsache, dass am Freitag 76 000 Fans ins Stade de France strömten und Frankreichfahnen schwenkten. Der Wille zum Neuanfang ist bei ihnen vorhanden, also sollte auch Blanc standhaft bleiben. Die Voraussetzungen dafür sind gut: In der heimischen Liga und europaweit wimmelt es von französischen Talenten. Dass sie nicht umgehend eine ganze Mannschaft ersetzen können, ist klar – die beiden Niederlagen in den ersten Spielen unter Blanc zeigen es. Doch langfristig könnte es dem Ansehen Frankreichs mehr nützen als schaden, auf neue Spieler zu setzen und gar zu riskieren, die EM 2012 zu verpassen. Denn bis zu den großen Turnieren danach würde eine Mannschaft reifen, auf die Frankreich wieder stolz sein kann.

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