Kommentar : Frauen an die Waffe

Evi Sachenbacher-Stehle ist die erste, die dem Lockruf des Deutschen Skiverbandes folgt. Aus der Langläuferin soll eine Biathletin werden. Ihr Beispiel soll Schule machen.

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Bald mit Waffe auf dem Rücken? Evi Sachenbacher-Stehle (links).
Bald mit Waffe auf dem Rücken? Evi Sachenbacher-Stehle (links).Foto: dapd

Der verwegene Plan bekommt ein Gesicht. Und gar kein hässliches oder gar unbekanntes. Nein, Evi Sachenbacher-Stehle ist eine Persönlichkeit; eine, die auch viele abseits der Skiszene kennen und wegen ihres fröhlichen Gemüts mögen. Aus eben dieser Sachenbacher-Stehle, der zweimaligen Olympiasiegerin im Langlaufen, soll nun eine Biathletin werden.

Ginge es nach dem Willen des Deutschen Skiverbandes, dürfen ihr gerne noch ein paar Langlauf-Frauen folgen. Sie sollen an die Waffe, damit dem deutschen Biathlon mit dem Karriereende der alles überstrahlenden Magdalena Neuner nicht auch die Erfolge, die Popularität, die Sponsoren und die Fernsehgelder flöten gehen.

Dass die Biathleten es versäumt haben, talentierten Nachwuchs heranzuführen, darunter soll ihr Status nicht leiden. Alle, auch die Langläufer, deren große Zeiten anscheinend erst einmal vorüber sind, müssen sich hinten anstellen, wenn es um das deutsche Lieblingswinterkind geht. So will es der Verband, so wollen es die Biathleten.

Die Frage ist nur, ob ein paar Schießübungen im mittleren Sportleralter ausreichen, um aus einer guten Langläuferin eine gute Biathletin zu machen – und, wenn ja, was das über den Zweikampf aussagt. Könnte es sein, dass Biathlon am Ende nur ein Profi-Langlaufwettbewerb mit Amateurschützinnen ist?

Evi Sachenbacher-Stehle dürfte das ziemlich egal sein. Für sie, die mit ihren 31 Jahren in der Loipe meist nur noch hinterherläuft, ist die Umschulung eine gute Chance. Für den Biathlonsport in Deutschland vielleicht die Rettung.

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