Kommentar : Gefährliches Lob für Rangnick

Mathias Klappenbach wundert sich über ein Vertragsangebot für Trainer Ralf Rangnick in Hoffenheim bis 2016.

Mathias Klappenbach

Es wird jetzt richtig eng für Ralf Rangnick. Der Trainer hat in Hoffenheim ohnehin schon das Gefährlichste, was man sich im Profifußball einhandeln kann: einen so genannten Rentenvertrag. Der läuft bis 2011, und nun hat sich Klubpräsident Dietmar Hopp gewünscht, dass Rangnick gleich bis 2016 verlängert. Was sicher vor allem als großes Lob gemeint war, konterkariert allerdings die in vielen anderen Bereichen moderne und ausgesprochen professionelle Arbeit, die in Hoffenheim geleistet wird.

Denn solche Verträge stammen aus einer eigentlich überwundenen Zeit, als König Otto in Bremen noch alles bestimmen durfte oder Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder dem Stuttgarter Profi Krassimir Balakow so lange dessen Millionengehalt garantierte, wie dieser sich irgendwie zu Fuß fortbewegen konnte. Aber das sind schon die großen Ausnahmen, denn außer einer satten Abfindung bei der vorzeitigen Auflösung haben diese Verträge niemandem je etwas gebracht.

Hoffenheim setzt in vielen Bereichen den richtigen Trend. Bei den Trainern geht der aber dahin, dass diese inzwischen längere Bindungen scheuen. Bundestrainer Joachim Löw lehnt alles, was über das nächste Turnier hinausgeht, ab. Und in der Liga denkt Stuttgarts Coach Armin Veh nur von Jahr zu Jahr.

Das ist schlau, denn es garantiert das, was sie nach eigener Aussage auch in Hoffenheim ständig tun: Sich unablässig selbst zu hinterfragen. Weil das Ende des Erfolgs mit Selbstzufriedenheit beginnt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben