Kommentar : Geld ist in der Champions League nicht alles

Seit seiner Gründung wird die Champions League von den Großklubs dominiert. Die Botschaft des diesjährigen Wettkampfs lautet aber: Geld muss auch in dieser durchkommerzialisierten Epoche des Fußballs nicht zwangsläufig alles beherrschen.

von
Sergio Ramos feiert den Sieg seiner Mannschaft Real Madrid.
Sergio Ramos feiert den Sieg seiner Mannschaft Real Madrid.Foto: dpa

Am Ende hat sich der Favorit wieder durchgesetzt. Typisch Champions League! In Form von Real Madrid hat der vermögendste Klub mit den teuersten Fußballern triumphiert. Das ist keine Überraschung und passt vermeintlich zur Vorhersehbarkeit dieses Wettbewerbs, der seit seiner Gründung von den Großklubs dominiert wird. Die Botschaft der jüngsten Champions-League-Ausgabe ist aber eine andere: Geld muss auch in dieser durchkommerzialisierten Epoche des Fußballs nicht zwangsläufig alles beherrschen. Eine Idee und ein ausgeklügeltes Spielkonzept sind mindestens genau so wichtig.

Atlético Madrid hat bewiesen, dass man auf höchstem Niveau Erfolg haben kann, ohne dafür Spieler für einen dreistelligen Millionenbetrag verpflichten zu müssen. So wie Borussia Dortmund im vergangenen Jahr. Dass beide das Endspiel jeweils verloren, ist unerheblich. Allein das Erreichen des Finales ist für Klubs dieser Größe und Finanzstärke ein Erfolg. Wohlhabendere Vereine wie Manchester City oder Paris St. Germain, beide mit Öl-und Gasmillionen aus dem Nahen Osten alimentiert, können vom Endspiel weiterhin nur träumen.

Real gegen Atlético Madrid in Bildern
Tor- und Siegesschrei: Gareth Bale bejubelt sein Tor zum 2:1.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: Reuters
24.05.2014 23:59Tor- und Siegesschrei: Gareth Bale bejubelt sein Tor zum 2:1.

Atlético Trainer Diego Simeone hat das Beste aus seinen Spielern herausgeholt, weil er für sie ein System entwarf, das ihre Fähigkeiten hervorragend zur Geltung bringt. Jürgen Klopp macht das in Dortmund ähnlich. Der Fußball entwickelt sich stetig weiter; was heute zum Trend erhoben wird, ist morgen schon wieder überholt. Die Philosophie vom Ballbesitz konterten Simeone und Klopp mit absichtlichem Verzicht auf das Spielgerät. Sie bevorzugen das Überraschende, den schnellen Umschaltprozess. Gut möglich, dass Simeones Vorgehen im kommenden Jahr als obsolet, weil dechiffriert gilt. Erfolg werden auch in Zukunft diejenigen haben, die nicht kopieren, sondern eigene Ideen haben.Dafür braucht es nicht den ganz vollen Geldbeutel.

Autor

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben