Kommentar : Harte Strafe für Chelsea: Warnschuss fürs Business

Der Schutz von Ausbildungsvereinen muss gewahrt werden. Lars Spannagel begrüßt die Sanktion der Fifa für den Klub aus der Premier League.

Lars Spannagel

Eine halbe Million Pfund soll der FC Chelsea Gael Kakuta im Jahr 2007 für seine Unterschrift angeboten haben. Welcher 15-Jährige würde da nicht schwach werden? Und welcher kleine Klub würde nicht aufschreien, wenn ihm ein Talent so entrissen würde? Nun will der Fußball-Weltverband Fifa Chelsea drastisch bestrafen, zwei Transferperioden lang sollen die Londoner keine Spieler verpflichten dürfen. Das Verbot ist hart – und ein richtiges Signal an ein Business, das oft keine Regeln kennt.

Fifa-Präsident Joseph Blatter sprach zuletzt schon von „Sklaverei“, in die junge Fußballer immer wieder verkauft würden. Im Fall Kakuta ist das ein falscher Vergleich, der junge Franzose verließ den RC Lens freiwillig und mit reichlich Handgeld. Doch die Leidtragenden solcher Geschäfte sind nicht die Spieler, sondern die Vereine, die sie ausbilden. In vielen Ländern dürfen Talente erst ab einem bestimmten Alter Profiverträge unterschreiben – und sind damit Freiwild für die großen Klubs in England, wo diese Regel nicht gilt. Auch ein Star wie Cesc Fabregas kam einst so in die Premier League.

Die Fifa hat klargestellt, dass sie es mit dem Schutz der Ausbildungsvereine ernst meint. Doch trotz des Transferverbots muss Chelsea zumindest gegenüber Manchester United nicht unbedingt im Nachteil sein. Dem Klub droht eine ähnliche Strafe: Der französische Klub Le Havre wirft Manchester vor, Mittelfeldspieler Paul Pogba unfair abgeworben zu haben. Pogba ist 16 Jahre alt.

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