Kommentar : Hertha BSC, Rekorde kommen und gehen

Hertha BSC ist nach nur einer Saison direkt wieder in die Bundesliga aufgestiegen. Und das als Punkte-Rekordhalter, ohne ein Heimspiel verloren zu haben. Respekt dafür, meint Michael Rosentritt, aber das ist es dann auch.

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Geht's noch hertha? Berlins Aufstiegsmannschaft im Olympiastadion nach dem 1:1 gegen Cottbus.
Geht's noch hertha? Berlins Aufstiegsmannschaft im Olympiastadion nach dem 1:1 gegen Cottbus.Foto: dpa

Jetzt ist Hertha BSC also auch noch Rekordhalter. 76 Punkte in einer Spielzeit gelangen nie zuvor einem Fußball-Zweitligisten. Dazu kein Heimspiel verloren – bitte schön. Für den Moment ist das respektabel, verdient Erwähnung, aber das ist es dann auch.

Nicht einer dieser Punkte lässt sich in die Bundesligaspielzeit transferieren, die am 9. August beginnen wird. Vor zwei Jahren stieg Hertha mit 74 Punkten auf. Das waren schon deutlich mehr als nötig für den Aufstieg – der Ausgang allerdings ist bekannt. Nein, dieser Zweitliga-Punkterekord wird die Berliner nicht besserstellen. Er kostet sogar reichlich Geld in Form von satten Punktprämien für die beteiligten Spieler, die der Verein jetzt ausbezahlen muss.

Überhaupt: Fast wäre im allgemeinen Trubel der vergangenen Tage untergegangen, dass Hertha jüngst einen anderen Rekord verloren hat. Den Bundesliga-Negativrekord aus der Saison 2009/10, als den Berlinern nur ein Heimsieg gelang. Gerade hat der Absteiger Greuther Fürth dem Aufsteiger Hertha BSC diesen Rekord abgenommen. Die bemitleidenswerte Spielvereinigung konnte nicht ein einziges Heimspiel gewinnen.

Was uns das sagt? Rekorde im Fußball sind vielleicht etwas für Vereine, die sonst keine Sorgen haben. Der in der jüngeren Vergangenheit leiderprobten Hertha darf man eine stinknormale Spielzeit in der Bundesliga wünschen. Dazu ein paar kluge Transfers fürs Klare und Kreative im Kader. Das könnte dann reichen für eine völlig rekordunverdächtige Saison, an deren Ende der Klassenerhalt steht. Das wäre schon mal was.

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