Kommentar : Hertha gegen Union - das Gefühl gewinnt

Beim Derby zwischen Hertha und Union im Olympiastadion am Montagabend bekommt die Stadt zum zweiten Mal in dieser Saison das, was es sonst nur beim ganz großen Fußball zu erleben gibt, meint Michael Rosentritt.

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Am Montagabend schlägt das Fußballherz Berlins im Olympiastadion.
Am Montagabend schlägt das Fußballherz Berlins im Olympiastadion.Foto: dpa

Der ganz große Fußball hat Berlin in dieser Saison erst einmal besucht: Deutschland gegen Schweden, 70.000 Zuschauer im Herbst, ein irres 4:4. Sonst macht der große Fußball für eine Spielzeit einen Bogen um das Olympiastadion. Hertha empfängt Paderborn, Ingolstadt und Aalen. Wollten im Schnitt 35.000 Leute sehen. Wie schön, dass es dafür das Derby gibt.

Das Berliner Stadtduell ist noch lange kein Klassiker, aber es hat schon jetzt das Zeug dazu. Die alten Rivalen aus Mauerzeiten sind für beide Klubs weggebrochen; TeBe für Hertha, der BFC Dynamo für Union. Geboren ist ein Duell, das viele Menschen in der Stadt berührt und auch die Spieler anstachelt. Es ist ein Spiel, das herausgelöst wirkt aus dem Alltag der Liga. Es besitzt seinen eigenen Reiz, seine eigene Faszination und seine eigene Spannung.

Der Countdown zum Derby läuft schon, Sie finden ihn hier.

Dieses Mal treffen sich beide Vereine in ambitionierter Lage. Hertha will endlich an die Tabellenspitze springen, und Union könnte mit einem Sieg noch einmal einen richtigen Schub bekommen Richtung Aufstieg.

Das Schöne an diesem Stadtduell aber ist, dass beide Klubs nicht viel zu verlieren haben. Union muss nicht aufsteigen, die Klasse steht nicht in Frage. Und selbst Hertha könnte eine Niederlage nicht wirklich abbringen vom Weg zurück in die Bundesliga. Vielmehr geht es hier ums Emotionale. Und davon kriegt man auch im großen Fußball nicht mehr geboten.

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