Kommentar : Herthas Absturz: Dieter Hoeneß war's nicht

Herthas erneuter Abstieg ist kaum noch abzuwenden. Wer trägt die Schuld daran? Michael Rosentritt meint, dass es auf diese Frage nur zwei mögliche Antworten gibt.

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Nichts zu lachen: Herthas Two-Men-Show aus Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer.
Nichts zu lachen: Herthas Two-Men-Show aus Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer.Foto: dapd

Was wäre eigentlich schlimmer: Wenn Hertha kommende Woche beim Lieblingsfeind Schalke 04 den Abstieg besiegelt? Oder wenn eine Woche später Markus Babbel als Hoffenheimer seine frühere Mannschaft, mit der er erst vor einem Jahr aufgestiegen ist, zurück in die Zweite Liga schickt? Vermutlich ist das den meisten Hertha-Fans inzwischen egal. Die Heimniederlage gegen den Absteiger Kaiserslautern hat ihnen den Rest gegeben.

Ja, die Mannschaft, also die Spieler, die auf dem Platz stehen, haben maßlos enttäuscht. Wie es Michael Preetz sagte. Was er nicht sagte, und was er auch erst am Ende der Saison sagen will: Wie konnte es zu einer solchen Situation kommen, und wer ist Schuld daran?

Es gibt nur zwei Antworten: Entweder sind alle anderen Schuld; die vielen Platzverweise, die vielen verletzten Spieler und Schiedsrichterentscheidungen im Abstiegskampf, und die Medien, Dieter Hoeneß sowieso. Oder aber die Schuld liegt beim Verein. Und wenn ja, wo genau? Bei der Angestellten im Ticketing, beim Zeugwart oder doch bei einer Honorarkraft in der Buchhaltung?

Vielleicht ist die Antwort viel einfacher. Schuld am Niedergang hat derjenige, der die Geschäfte führt, personell und strategisch. Früher war es bei Hertha Dieter Hoeneß. Diese One-Man-Show scheiterte nach 13 Jahren. Seit drei Jahren hat Hertha eine Two-Men-Show aus einem starken Präsidenten und einem Geschäftsführer Sport, Medien, Kommunikation. Fünf Trainer in drei Jahren, oder mutmaßlich zwei Abstiege sind ein bisschen viel. Oder wie es Bundestrainer Löw sagt: „Berlin holt sich drei oder vier verschiedene Philosophien in einem Jahr. Diese ständigen Trainerwechsel sorgen dafür, dass am Ende nichts mehr zusammenpasst.“ Die nächsten beiden Wochen ändern daran auch nichts mehr.

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