Kommentar : Hochtourig im Teufelskreis

Frank Bachner über fatale Fehler der Führung von Schalke 04 in der Finanzkrise.

Frank Bachner

Das ist ja wirklich eine starke Verteidungslinie: Die Informationen über zusätzliche 100 Millionen Euro Schulden, die Schalke 04 drücken, seien ja eigentlich nichts Neues. So reagiert der Vorstand auf diese horrende Summe. Wenn’s keine anderen Argumente gibt, kein Dementi zum Beispiel, dann vielen Dank und angenehme Zukunft. Schalke wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Dieses komplizierte Konstrukt aus Tochterfirmen nährt einen ganz bestimmten Verdacht: So soll die wahre finanzielle Situation verschleiert werden. Die Ausgangslage ist aber gar nicht so schwierig zu erkennen. Die Verantwortlichen sind volles Risiko gefahren. Sie haben Einnahmen aus der Champions League längere Zeit bei ihrer Finanzplanung schlicht vorausgesetzt. Und sie haben sich wohl beim Bau des Stadion finanziell verhoben.

Es war schon immer ein bisschen teurer, vom Prinzip Hoffnung zu leben. Schalke bewegt sich immer schneller in einem Teufelskreis. Um mittelfristig wieder flüssiger zu werden, muss die Mannschaft an die Fleischtöpfe der Champions League kommen. Kurzfristig kann sich Trainer Felix Magath schon mal überlegen, welche Leistungsträger er im Winter verkaufen soll. Denn aktuell benötigt der Verein ebenfalls einige Millionen Euro. Und dann kann Magath beweisen, dass er wirklich ein ganz großer Trainer ist – wenn er mit so einem abgespeckten Kader in die Champions League kommt, dann hat er’s geschafft. Erst einmal. Sein Verein hätte sein nächstes Problem dagegen bloß hinausgezögert.

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