Kommentar : Hoffenheim und Müller kämpfen ums Mittelmaß

Hoffenheim und Andreas Müller - das passt. Denn es gibt einige Parallelen zwischen Klub und Manager: Beide sind mal mit großen Ambitionen gestartet und dann schnell ins Mittelmaß abgerutscht. Mittlerweile müssen sie sogar darum bangen.

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Der ehemalige Schalker Andreas Müller übernimmt den Managerposten bei der abstiegsbedrohten TSG Hoffenheim, weil Markus Babbel keine Lust mehr auf die Doppelbelastung und mit dem Trainerjob genug zu tun hat. Auch wenn die Verpflichtung des Sportfunktionärs, der schon fast vergessen war, auf den ersten Blick überrascht – sie passt. Denn es gibt einige Parallelen in den Erfolgskurven des badischen Klubs und des gebürtigen Schwaben. Beide sind mal mit großen Ambitionen gestartet, zügig ins Mittelmaß abgesackt und müssen nun sogar um den Anschluss kämpfen.

Andreas Müller trat 2006 das Erbe des Patriarchen Rudi Assauer auf Schalke an. Die Erfolge seiner Amtszeit als Manager bei den Knappen sind eher knapp: Bis zu seiner Entlassung 2009 erreichte der FC Schalke zwar das Viertelfinale der Champions League 2008. Doch es fallen auch Transfers wie die Missverständnisse Carlos Großmüller, Albert Streit und Orlando Engelaar in diese Zeit. Danach stieg Andreas Müller bei einer Spielerberaterfirma ein – der Großteil der Klienten sind Zweit- bis Viertligaspieler.

Und Hoffenheim? Mäzen Dietmar Hopp war 2008 mit dem Ziel in die Bundesliga gekommen, seinen Heimatdorfverein in die Champions League zu führen. Nach vier Jahren im Mittelmaß, mit vier Trainern und nun vier Managern, hat er seine Ambitionen etwas heruntergeschraubt. Vor dieser Saison wollte er „nur“ die Europa League erreichen. Bisher hat die TSG nicht mal einen Punkt geholt. Gemeinsam müssen nun Müller und Hoffenheim versuchen, sich ins Mittelmaß zurückzukämpfen.

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