Kommentar : Istaf: Magisch, tragisch

Einen magischen Moment hat die deutsche Leichtathletik jetzt in Berlin erlebt und einen tragischen. Friedhard Teuffel über das Istaf und dessen Zukunft.

Friedhard Teuffel

Den magischen, übersprungene Zweimetersechs von Ariane Friedrich, haben 60.000 Menschen im Stadion sehen können, der tragische fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Es ist die Niederlage, im nächsten Jahr kein internationales Meeting im Berliner Olympiastadion zu zeigen.

Verloren hat die deutsche Leichtathletik nicht gegen den internationalen Verband oder eine andere Stadt, sondern gegen sich selbst. Denn sie ist einfach nicht mehr groß genug, um sich einen internen Konkurrenzkampf leisten zu können. Doch den gab und gibt es zwischen dem Deutschen Leichtathletik-Verband und den Veranstaltern des Istaf, Gerhard Janetzky und Werner Gegenbauer.

Die beiden Berliner Unternehmer haben das Meeting einst aus dem Konkurs herausgekauft und es mit Sponsoren geschafft, mehr als 60.000 Zuschauer ins Olympiastadion zu locken. Eine große Leistung. Und es war Gegenbauer, der mit hohem persönlichen Einsatz die Leichtathletik-WM nach Berlin zu holen half. Der Verband hat der Leichtathletik jedoch keinen Gefallen getan, das Istaf der privaten Wirtschaft zuzurechnen, anstatt es als Bestandteil der deutschen Leichtathletik zu sehen. Die persönlichen Verstimmungen zwischen DLV-Präsidium und den Istaf-Machern sind nun allerdings so ausgeprägt, dass sie kein Vermittlungsversuch mehr auflösen wird. Eine Höchstleistung von Ariane Friedrich werden sich im nächsten Jahr nur noch 20.000 Zuschauer im Jahnsportpark ansehen können.


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