Kommentar : Je oller, je schneller

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Für ältere Herren gibt es im Sport ein interessantes Betätigungsfeld: das alpine Skifahren. Nur zwei der zehn Führenden im Gesamtweltcup sind unter 25 Jahre alt, einer der beiden ist der 23 Jährige Ausnahmefahrer und Gesamtweltcupführende Marcel Hirscher aus Österreich. Ansonsten aber gilt im Alpinskifahren die Fausthandschuhregel: Je oller, je schneller. Gute Nachrichten also für Felix Neureuther.

Lange Jahre galt der erblich vorbelastete Sohn der Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther als erster Kandidat für tragische Ausfälle. Tollkühn und ungeduldig stürmte er durch die Slalomstangen – und rutschte oftmals spätestens im zweiten Durchgang aus der Wertung. Nun aber, im reiferen Alter von 28 Jahren, schlängelt sich Felix Neureuther nicht nur im Slalom mit der nötigen Geduld durch den Stangenwald. Auch im Riesenslalom fährt er plötzlich erstmals auf Platz drei – wie am Samstag in Adelboden. Und damit war er noch nicht einmal bester Deutscher. Fritz Dopfer platzierte sich mit Rang zwei sogar noch vor ihm. Auch er weiß als 25-Jähriger eine aussichtsreiche Zukunft noch vor sich.

Die größten deutschen Hoffnungen aber ruhen auf Felix Neureuther. Bei der WM 2013 in Schladming und bei Olympia 2014 in Sotschi kann er seine neue Reife medaillenträchtig unter Beweis stellen. Länger sollte er allerdings nicht warten, irgendwann haben selbst die älteren Herren im Männerskifahren ihren Leistungszenit überschritten. Sonst würde nicht Felix, sondern Christian Neureuther an den Start gehen.

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