Kommentar : Keine Lust mehr auf Diven

von

Ein richtiger Star sollte es im vergangenen Jahr bei Alba Berlin sein. Lange ließen sich die Berliner Basketballer Zeit, bis sie Kenan Bajramovic als spektakulären Neuzugang präsentierten. Der Bosnier sollte Alba mit seinen überragenden offensiven Fähigkeiten anführen – leider hatte er für das vergleichsweise kleine Geld in Berlin keine Lust dazu. Bajramovic hatte auch keine Lust auf Interviews, keine Lust aufs Training, keine Lust auf die strikten Anweisungen des Trainers. Nach elf Spielen beendeten die Berliner das Arbeitsverhältnis und präsentierten Jurica Golemac als Nachfolger. Aber auch der Slowene wollte sich nicht in die Alba-Familie integrieren und musste wieder gehen. Die beiden divenhaften Fehlgriffe trugen einen großen Teil dazu bei, dass die Berliner in den Play-offs so kläglich scheiterten. Gerade deswegen muss man Alba nun zur Verpflichtung von Sven Schultze gratulieren: Er gehört bereits zur Familie.

Nach den Söldnern Bajramovic und Golemac kehrt in Schultze ein Alba-Spieler alter Prägung zurück nach Berlin: ein Kämpfer, für den das Wohl der Mannschaft über allem steht. Durch Schultze wird Alba wieder ein Stück bodenständiger, viele Berliner Fans werden sich freuen, das alte Trikot mit der Nummer 6 aus dem Schrank holen zu können. Basketballerische Wunderdinge kann man von Schultze nicht erwarten – in den Highlight-Zusammenschnitten von Alba- Spielen wird er nur selten auftauchen. Dafür können sich Fans und Verantwortliche darauf verlassen, dass er keine Unruhe im Team stiftet und alles für den Verein gibt. Und das ist mehr wert als herausragende Statistiken.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben