Kommentar : Kurze Rippe

Nach der isländischen Vulkanasche segelt nun die Rippe von René Adler durch die Medienlandschaft und soll die Nation auf Trab halten.

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Nach der isländischen Vulkanasche segelt nun die Rippe von René Adler durch die Medienlandschaft; sie soll jetzt die Nation in Atem halten. Adler ist der ausgeguckte deutsche WM-Torwart, weshalb einige die Nerven zu verlieren drohen. Wie jene, die Jens Lehmann irgendwie nahestehen. Die wittern nun die Chance für den 40-Jährigen. Man darf diesen Gedanken gar nicht erst weiterdenken. Nicht, dass Lehmann viel schlechter halten würde. Aber verkraften würde er das Turnier vielleicht nicht mehr, wenn man bedenkt, dass er schon bei weit kleineren Ereignissen fremden Menschen die Brille wegnimmt oder während eines Spiels hinter der Bande austreten muss.

René Adler wird aller Voraussicht in einer guten Woche wieder spielen können, sein WM-Einsatz wäre bei dieser Genesung nicht gefährdet. Selbst wenn, es gibt momentan wohl keine zweite Position in der deutschen Mannschaft, auf der das Besetzungsproblem geringer ist. Spielt doch keine Rolle, ob Adler im Kasten steht oder der Schalker Manuel Neuer oder Tim Wiese aus Bremen. Alle drei haben exzellente Leistungen gezeigt, jeder einzelne von ihnen hätte es verdient. Womit wir noch einmal bei Lehmann wären: So berechtigt es gewesen ist, nicht Oliver Kahn, sondern ihn ins deutsche Tor der WM 2006 zu stellen, so wenig hat er verwunden, dass jetzt andere dran sind, die mindestens genauso gut halten können und zudem noch eine Perspektive bieten.

Vielleicht sehnt sich die Nation nach einer handfesten Torwartdiskussion. Die aber gibt es nicht. Eher sollte man einfach Jens Lehmann die Kraft zum Aufhören wünschen.

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