Kommentar : Mercedes: Die SPD unter den Rennställen

Michael Schumacher kriegt bei Mercedes keinen neuen Vertrag mehr. Dass Mercedes und Schumacher kein erfolgreiches Duo geworden sind, liegt auch am Rennfahrer, aber vor allem am Rennstall.

Nicolas Diekmann

Franz Müntefering hatte sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, das war 2007. Ein Jahr später kam er wieder, galt mit 68 Jahren als Heilsbringer der Sozialdemokraten, wurde erneut deren Bundesvorsitzender – und musste 2009 das historisch schlechteste Wahlergebnis der SPD mitverantworten. Er trat abermals zurück. Ohne ihn lief es nicht, mit ihm aber nicht besser. Der Neustart ging schief.

Der von Mercedes auch. Norbert Haug und die Seinen sahen in Michael Schumacher das Gesicht zur neuen Marke, als sich Mercedes von McLaren 2010 löste. Er sollte strahlend mit dem Stern auf dem Basecap um die Welt touren. Und um Titel mitfahren. Das konnte nicht gelingen, weil der deutsche Autobauer ihm kein Gefährt hinstellte, das über längere Strecken der Saison konkurrenzfähig war.

Vielleicht waren einige Ausfälle Schumachers auch ihm geschuldet, am Alter aber wird es nicht gelegen haben: Erstens gibt es keine Hinweise darauf, dass man mit 40 Jahren und mehr keine Formel-1-Rennen mehr gewinnen kann und zweitens fuhr der Kerpener auch früher offensiv und unfallanfällig. Nun das Ende, und auch das wirft kein gutes Licht auf Mercedes. Womöglich hat der Rennstall Schumacher frühzeitig mitgeteilt, dass er keinen neuen Vertrag erhalten werde. Art und Weise der Verkündung haftet dennoch ein bitterer Beigeschmack an: Schumacher wird entsorgt, abgestellt aufs Altenteil.

Dass es mit Lewis Hamilton nicht gleich besser laufen muss, zeigt die SPD: Nur sehr langsam kriecht die Partei aus dem Wahl-Waterloo zu Zeiten Münteferings in Umfragewerte jenseits der 25 Prozent.

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