Kommentar : Messi und die Millionen

Mathias Klappenbach über den steigenden Wert von Fußballstars.

Mathias Klappenbach

Der FC Barcelona hat in der vergangenen Saison die spanische Meisterschaft, den spanischen Pokal und dazu die Champions League gewonnen. In ihren großen Erfolgen traten Spieler und Trainer bescheiden auf und vermittelten als weitere Qualität eine unschuldige, ungebrochene Lust an dem Spiel, das sie betreiben. Und Barcelona hat bei all diesen Siegen auch noch den allerschönsten Fußball gespielt, so wie beim 6:2 in der Liga bei Real Madrid, dem wohl sehenswertesten Fußballspiel der vergangenen zehn Jahre.

Unter anderem auf diese Demütigung hat Real damit reagiert, so viel Geld wie nie für neue Stars wie Cristiano Ronaldo und Kaká auszugeben. Das Auffordern junger Talente zum Vertragsbruch durch größere Klubs will die Fifa zwar unterbinden, wie die drastische Strafe gegen den FC Chelsea im Fall Gael Kakuta zeigt. Bei den etablierten Stars läuft das aber anders – was Madrid dazu veranlasste, für Cristiano Ronaldo und Kaká die Ablösesumme von jeweils einer Milliarde Euro in die Verträge zu schreiben.

Barcelonas Tausch des Top-Stürmers Samuel Eto’o gegen Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand, bei dem Barca noch 45 Millionen Euro drauflegte, bleibt eine Geste in diesem Duell. Lieber konzentriert sich der Champion darauf, den Status quo zu erhalten und sicherheitshalber den Vertrag mit Lionel Messi, den viele für besser als Cristiano Ronaldo halten, vorzeitig bis 2016 statt 2014 zu verlängern. Und die festgeschriebene Ablösesumme wird von 150 Millionen Euro nur auf sympathische und bescheidene 250 Millionen Euro erhöht.

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