Kommentar : Mesut Özil - ein Spieler muss wollen

Für Deutschland spielen oder für die Türkei. Michael Rosentritt über die späte Nominierung von Mesut Özil.

Özil
Wankelmütig. Mesut Özil. -Foto: dpa

Ein Kompliment dem Bundestrainer! Nicht dafür, dass er Mesut Özil in die Nationalmannschaft berufen hat. Sondern dafür, dass er so lange damit gewartet hat.

Heftig war der Bundestrainer gedrängt worden: Experten und Öffentlichkeit forderten Löw zur raschen Nominierung auf, damit das türkischstämmige Talent Özil nicht an die Türkei verloren gehe. Löw hat diesem Drängen standgehalten. Er ließ sich Zeit – vor allem aber ließ er Özil Zeit. Der Bundestrainer wollte ein Bekenntnis des jungen Spielers, für welches Land er künftig spielen möchte. Nun bekam er es. Natürlich kann sich der deutsche Fußball das Warten mittlerweile leisten. Er muss nicht mehr jedem Talent hinterherrennen. Im Nachwuchsbereich ist die Qualität weit größer als vor zehn Jahren. Damals war der DFB in Ermangelung eigener Hoffnung stiftender Talente sehr einfallsreich geworden. Etwa bei Paulo Rink, einem Brasilianer mit deutschem Urgroßvater, oder Mustafa Dogan (2 Einsätze für Deutschland) und Zoltan Sebescen (eine Halbzeit). Ganz zu schweigen von Sean Dundee. Der Südafrikaner wurde in einem Eilverfahren eingedeutscht. Gespielt hat der Stürmer für Deutschland nicht ein Mal.

Jetzt liegt es an Mesut Özil, als Nationalspieler Karriere zu machen. Er will von ganz allein, und Löw lässt ihn.

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