Kommentar : Michaels-Beerbaum: Mit Feingefühl gewonnen

Nach dem Dopingskandal um Christian Ahlmann bei Olympia schreibt der deutsche Springsport nun wieder positive Schlagzeilen. Katja Reimann über den Weltcup-Sieg von Meredith Michaels-Beerbaum.

Katja Reimann
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Foto: dpa

Drei Prüfungen, drei Null-Fehler-Ritte, ein wichtiger Sieg. So hat Meredith Michaels-Beerbaum in Las Vegas den Weltcup der Springreiter gewonnen und damit die Besten aller Nationen zum dritten Mal auf die Plätze verwiesen. Überlegen und überlegt – so wie Michaels-Beerbaum immer reitet.

Seit Jahren schon dominiert die zierliche Blonde den Springsport. Was ihr an Kraft fehlt, macht sie durch Feingefühl wett. Die männliche Konkurrenz hat sich längst damit abfinden müssen, dass, in welchen Parcours sie auch einreitet, Michaels-Beerbaum die Favoritin ist – und dieser Rolle oft gerecht wird. Dass dies zu großen Teilen auch der Verdienst ihres Erfolgspferdes Shutterfly ist, weiß Michaels-Beerbaum. Für die zwischen ihnen herrschende Harmonie bedankte sich die Reiterin auch nach diesem Sieg wieder bei ihrem Pferd. Schöner und fairer geht es nicht.

So ist der Weltcup-Sieg auch wichtig für den deutschen Springsport, der nach den Vorfällen bei den Olympischen Spielen in China noch immer gut daran tut, sein Image aufzubessern. Der Dopingskandal um Christian Ahlmann, dem vorgeworfen wurde, die Beine seines Pferdes Cöster mit einer Chilisalbe schmerzempfindlich gemacht zu haben, brachte Reiter und Trainer in Erklärungsnöte sowie Tierschützer auf die Barrikaden. Springreiten, eine Tierquälerei? Der Weltcup-Sieg von Meredith Michaels- Beerbaum macht vergangene Skandale nicht vergessen. Aber er zeigt endlich wieder, dass es sie geben kann: die Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Auch ohne Kraft; lieber mit Feingefühl.

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