Kommentar : Mit Scouts gegen Scheichs

England gegen Russland und nun auch gegen Scheichs: Lars Spannagel sieht im Kampf um Spieler eine Chance für die Bundesliga.

Lars Spannagel

Die Russen sind schon längst da, jetzt steigen auch noch die Scheichs in den englischen Fußball ein. Manchester Citys neue Besitzer aus Abu Dhabi brüsten sich damit, dass ihre finanziellen Möglichkeiten nahezu grenzenlos sind. Die Ankunft eines neuen Schwergewichts auf dem globalisierten Spielermarkt werden auch die deutschen Klubs schmerzhaft zu spüren bekommen. Für kluge Bundesliga-Manager bieten sich allerdings auch neue Möglichkeiten.

Natürlich war der Brasilianer Robinho für keinen deutschen Verein ein ernsthaftes Thema. Selbst der FC Bayern hat nur einmal in den letzten Jahren eine Ablösesumme bezahlt, die im internationalen Vergleich mehr als ein müdes Lächeln hervorgerufen hat: Franck Ribéry kam im letzten Sommer für geschätzte 25 Millionen Euro nach München. Für die neuen Besitzer von Manchester City sind solche Summen Kleinkram. Der Trend der letzten Jahre verschärft sich: Im Wettstreit der Oligarchen und Mäzene werden Stars für deutsche Klubs unbezahlbar, selbst mittelmäßige Spieler wechseln für Fantasiesummen den Besitzer. In diesem Sommer zahlte Tottenham 22 Millionen Euro für einen gewissen David Bentley.

Diese Entwicklung hat zur Folge, dass die Bundesliga den Wettbewerb um begehrte Spieler im Zweifelsfall immer verlieren muss. Andererseits wird es sich in Zukunft lohnen, Spieler zu entwickeln und dann die fetten Ablösen selbst einzustreichen. Es wird immer mehr auf eine gute und kreative Scouting-Abteilung ankommen. Denn ist ein guter Spieler erst einmal bekannt, winken schon die Scheichs mit den Scheinen.

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