Kommentar : Nah und gut

Der FC Bayern München kauft wieder anderen Bundesligisten ihre Stars weg. Lars Spannagel über die neue alte Einkaufsstrategie der Bayern.

Lars Spannagel

Wer 30 Millionen Euro ausgibt – egal wofür –, ist sich seiner Sache sehr sicher (oder Scheich oder Oligarch). Da die Verantwortlichen des FC Bayern weder Turban tragen noch mit russischem Akzent sprechen, muss Mario Gomez ein Herzenswunsch des deutschen Rekordmeisters gewesen sein. Der Transfer des 23-Jährigen bedeutet, dass die Münchner nach zwei Jahren des Bayern-untypischen Verhaltens zu einer alten Strategie zurückkehren: Der Klub kauft das, was er kennt, nämlich herausragende Spieler der Bundesligakonkurrenz.

Matthäus, Ballack, Frings, Lucio, Deisler, Pizarro, Elber, Zé Roberto, Klose, Effenberg, Basler (der andere „Super-Mario“), Podolski: Sie alle kamen von der deutschen Konkurrenz. Vor zwei Jahren brach Uli Hoeneß mit dieser Tradition und tastete das sagenumwobene Festgeldkonto des Klubs an, um in Luca Toni und Franck Ribéry zwei Stars aus dem Ausland zu verpflichten. Auch wenn die beiden stark spielten (im Gegensatz zu den südamerikanischen Direktimporten Breno und Sosa): Den großen, dauerhaften Qualitätssprung brachten sie nicht.

Ob den Gomez bewirkt, bleibt abzuwarten. Mindestens genauso wichtig ist, dass er dem VfB schmerzlich fehlen wird. Genauso wie Ivica Olic dem HSV. Dass Anatoli Timoschtschuk aus St. Petersburg nach München kommt, darf man als Ergänzung der neuen alten Taktik verstehen. Die Zeit, in der die Bayern im großen Stil im Ausland shoppten, ist aber erst einmal vorbei.

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