Kommentar : Sinnlos nach Asien

Es geht um Sportpolitik, rein sportlich gesehen könnte der Ausflug allerdings zur Farce werden: Benedikt Voigt über eine seltsame Nationalmannschaftsreise.

Benedikt Voigt

In der jüngeren Geschichte der sinnlosesten Reisen der Fußballnationalmannschaft steht der Ausflug zum Konföderationen-Pokal 1999 in Mexiko ganz oben. Nach einem 0:4 gegen Brasiliens Ersatzteam und einem 0:2 gegen die USA durfte die deutsche B-Mannschaft vorzeitig abreisen. Nur Ronald Maul und Heiko Gerber, die in Mexiko ihre ersten – und letzten – beiden Spiele im deutschen Nationaltrikot bestritten, dürften unglücklich darüber gewesen sein.

Zehn Jahre später steht im Mai eine noch sinnlosere Reise auf dem Programm. Der damalige Ausflug hatte immerhin den sportpolitischen Zweck erfüllt, der deutschen Bewerbung für die WM 2006 Stimmen zu sichern. Auch diesmal geht es um Sportpolitik, wie Präsident Theo Zwanziger erklärt, allerdings nicht um eine WM. Sportlich aber sind die Freundschaftsspiele im Mai in China und in den Vereinigten Arabischen Emiraten spätestens seit den DFB-Halbfinalspielen zur Farce geworden. Denn nun steht fest, dass die Nationaltorhüter Tim Wiese und René Adler zur gleichen Zeit im Pokalfinale stehen werden. Sie gesellen sich zu einem guten Dutzend Spieler, darunter auch Michael Ballack, die bereits für die Asienreise abgesagt haben. Sogar Towart Robert Enke könnte noch ausfallen, falls Hannover in die Relegation muss. Es dürfte ein trauriger Ausflug werden.

Trotz seiner Personalnot hat Bundestrainer Joachim Löw übrigens ein Comeback des 39 Jahre alten ehemaligen Nationalkeepers Jens Lehmann ausgeschlossen. Womit die Reise doch noch einen Zweck erfüllt. Für den man allerdings nicht nach Asien fliegen müsste.

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