Kommentar und Leserdebatte : Darf man sich noch auf die Tour de France freuen?

Unser Autor würde sich so gern auf die Tour de France freuen. Doch angesichts anhaltender Dopingprobleme ist seine Skepsis groß. Und Sie liebe Leser? Schalten Sie noch ein bei der Tour oder ist das Thema Radsport für Sie durch? Diskutieren Sie mit!

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Am 29. Juni 2013 beginnt die 100. Tour de France. In unserer Bildergalerie blicken wir zurück auf den Mythos des Radsportspektakels, die Helden und die Skandale.Weitere Bilder anzeigen
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28.06.2013 18:37Am 29. Juni 2013 beginnt die 100. Tour de France. In unserer Bildergalerie blicken wir zurück auf den Mythos des...

Am Sonnabend hat die 100. Ausgabe des härtesten Radrennens der Welt begonnen. Und das gleich spektakulär mit dem Etappensieg des Deutschen Marcel Kittel, aber auch einem schweren Massensturz kurz vor dem Ziel. Im Laufe der Jubiläumstour warten noch so berühmte Anstiege wie der zum Mont Ventoux oder die Serpentinenkletterei nach L’Alpe d’Huez auf Fahrer und Zuschauer. Doch trotz dieser durchaus viel versprechenden Aussichten: Der Zweifel fährt mit.

Zwar geben sich viele Fahrer geläutert, dazu beschwören die Organisatoren, das Thema Doping nicht überzustrapazieren. Doch hinter jeder Attacke am Berg, hinter jedem geglückten oder auch missglückten Ausreißversuch in der Ebene lauert das Unbehagen. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Lance Armstrong hält es für unmöglich, die Tour ohne Doping zu gewinnen. Und wer könnte es besser wissen?

Viele Fahrer der heutigen Generation sind des Themas überdrüssig, am liebsten möchten sie sich dazu wie die berühmten drei Affen verhalten: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Man kann sie verstehen, denn der Radsport steckt in einem selbstverschuldeten Dilemma. Gibt es bei dieser Frankreichrundfahrt einen Dopingfall, werden sich die Skeptiker außerhalb der Szene bestätigt fühlen. Gibt es keinen, ist das aber womöglich erst recht verdächtig.

Lance Armstrong bei der Tour de France: Sieben Titel, sieben Aberkennungen
Auf den Fersen: Der Dopingskandal um den Radprofi Lance Armstrong stürzte den Radsport in eine schlimme Krise. Wer sollte nun die Titel erben? Das Vertrauen in fast alle Sportler war erschüttert.Weitere Bilder anzeigen
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22.10.2012 13:54Auf den Fersen: Der Dopingskandal um den Radprofi Lance Armstrong stürzte den Radsport in eine schlimme Krise. Wer sollte nun die...

Die Radprofis fühlen sich als Sündenböcke, weil immer alle nur auf sie zeigen. Was auch daran liegt, dass kein anderer Sportverband in der Vergangenheit derart dilettantisch mit der Dopingproblematik umgegangen ist.

Ob die 100. Tour Anlass zur ehrlichen Begeisterung bietet, hängt daher auch ganz entscheidend davon ab, wie glaubwürdig sich der Radsport und seine Protagonisten in den nächsten Wochen präsentieren. Nicht nur auf den legendären Anstiegen, sondern auch beim Umgang mit Betrug und Betrügern.

Was tun Sie, liebe Leserinnen und Leser? Schalten Sie bei Übertragungen von der Tour de France im Fernsehen ein oder weg? Glauben Sie, dass der Radsport womöglich zu kritisch betrachtet wird und es durchaus Fortschritte im Kampf gegen Doping gibt oder ist das alles Augenwischerei? Was müsste passieren, damit die Sportart glaubwürdiger erscheint und die Tour irgendwann wieder das wird, was sie gern sein möchte - ein Riesenspektakel mit schönen Bildern und großen Helden? Nutzen Sie für Ihre Meinungsäußerung die einfach zu bedienende Kommentarfunktion unten auf dieser Seite!

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