Kommentar : Union und Patschinski: Ehen vor Gericht

Der Verein war gewarnt: Mathias Klappenbach über Nico Patschinski und Union.

Mathias Klappenbach

Man stelle sich vor, Kevin Kuranyi ginge zum Beachvolleyball-Turnier der Fans von Borussia Dortmund und machte dort, im Kreise von Freunden, ein paar lockere Sprüche über seinen FC Schalke 04. Der Aufruhr wäre groß, Kuranyi als Schalker nicht mehr vermittelbar, am Ende wäre eine Vertragsauflösung unvermeidbar, auf die sich beide Seiten irgendwie einigen würden.

Nico Patschinski, der Stürmer vom 1. FC Union, ist zum Pokerturnier des Erzrivalen BFC Dynamo gegangen, er soll er dort über Vereinspräsident Dirk Zingler gelästert haben. Schwer vermittelbar, dachten vor allem Sponsoren und forderten Patschinskis fristlose Entlassung, die es auch gab. Nicht berechtigt, sagt jetzt das Arbeitsgericht, für das solche Rivalitäten keine Relevanz besitzen.

Der Stürmer war, als er vor drei Jahren zu Union zurückkehrte, das Gesicht des Klubs und bekam bald eine Vertragsverlängerung mit einem sehr guten Gehalt. Ein Typ, der explizit als solcher geholt wurde und bei dem man davon ausgehen musste, dass er mal in einem Interview seltsame Sachen sagen wird. Dass er Pornostar werden möchte zum Beispiel. Bei dem man wusste, dass er gerne mal ein Spielchen wagt. Und dass er familäre und andere private Verbindungen zum BFC Dynamo hat und auch behalten wird.

Deshalb bleibt der Eindruck, dass ein Großverdiener, der zudem sportlich in der Aufstiegsmannschaft keine Rolle mehr spielte, leicht entsorgt werden sollte. Aber schwierige Typen wird man auch nur schwer wieder los.

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