Kommentar VfB Stuttgart : Und jetzt mal ganz anders

Unser Autor findet die Entlassung von Bruno Labbadia beim VfB Stuttgart nachvollziehbar, erkennt aber wiederkehrende Muster und weiß auch schon eine neue Aufgabe für den Trainer: FC Schalke 04.

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Windiger Abgang: Bruno Labbadia muss den VfB Stuttgart verlassen.
Windiger Abgang: Bruno Labbadia muss den VfB Stuttgart verlassen.Foto: dpa

Im Fußball wiederholen sich einige Verhaltensmuster in erstaunlicher Regelmäßigkeit: Bei einem Trainerwechsel zum Beispiel ist der neue Trainer oft das genaue Gegenteil seines Vorgängers. Auf den Motivationskünstler folgt ein Taktikfuchs, auf den Schleifer ein Spielerversteher, auf den Routinier ein Jungdynamiker. Der VfB Stuttgart hat jetzt Bruno Labbadia gegen Thomas Schneider ausgetauscht. Gegen einen VfBler durch und durch, einen Novizen im Profifußball, einen Förderer der Jugend und modernen Fußballlehrer, der zudem den Ruf besitzt, höchst kommunikativ zu sein.

Jetzt weiß man ungefähr, wie Labbadia zuletzt beim VfB gesehen wurde.

Bruno Labbadia hat den VfB zwei Mal vor dem Abstieg gerettet und ihn zwei Mal in den Europapokal geführt. Dass er trotz dieser ansehnlichen Bilanz nach nur drei Saisonspielen entlassen wurde, dass die Geduld nicht für mehr reichte – das belegt vor allem den Leidensdruck, den die Verantwortlichen beim VfB seit Längerem empfunden haben müssen.

Labbadia war dem Publikum kaum mehr vermittelbar. Er hat zuletzt nur noch in der Rolle des Miesepeters überzeugt, ist eher durch Wutreden aufgefallen als durch taktische Raffinesse, durch anhaltenden Missmut in einem Umfeld, das eigentlich auf Aufbruch und Neuanfang gepolt war. Man könnte auch sagen: Labbadia ist in Stuttgart aus der Zeit gefallen. So wie zuvor in Leverkusen und Hamburg.

Das heißt aber noch lange nicht, dass er nun nie wieder einen Job in der Bundesliga finden wird. Labbadia hat gute Chancen, bei einem Verein zu landen, dessen Trainer als zu weich und modern gilt, der also dringend einen Schleifer und Motivator braucht. Eigentlich wäre Bruno Labbadia der perfekte Kandidat für – Schalke 04.

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