Kommentar : Vorbereitet auf das Schlimmste

München bemüht sich um die olympischen Winterspiele 2018. Auch wenn Fifa und das IOC unterschiedliche Sportverbände sind – ihre geschriebenen und ungeschriebenen Regeln funktionieren ähnlich.

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Man kann nur hoffen, dass die Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Donnerstagnachmittag sehr genau zugesehen haben. Die Art und Weise, wie der Fußballweltverband die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 nach Russland und Katar vergeben hat, muss auch den Mitgliedern des DOSB, die heute in München ihr Präsidium wählen, eine Lehre für ihr wichtigstes Projekt sein: München 2018.

Auch wenn der Fußballweltverband und das Internationale Olympische Komitee (IOC) zwei unterschiedliche Sportverbände sind – die Sportpolitik und ihre geschriebenen und ungeschriebenen Regeln funktioniert in beiden Verbänden ähnlich. Deshalb lautet die Lehre für die Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2018: Man kann man sich, wie das Beispiel England zeigt, hervorragend vorbereiten, das beste Konzept vorlegen, in der Evaluierung die besten Noten bekommen, mit dem Premierminister anreisen – und trotzdem in der ersten Runde chancenlos ausscheiden.

Die Konsequenz daraus darf natürlich nicht sein, dass München 2018 nun auch den Weg mit den Geldkoffern durch die Hinterzimmer wählt. Im Gegenteil, die Bewerbung muss weiterhin auf das inhaltlich überzeugende Konzept nachhaltiger Spiele setzen. Aber seit Donnerstagnachmittag müssen die Mitglieder des DOSB auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein.

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