Kommentar : Warum das Fernsehbild verspringt

Unser Technologie-Experte Kurt Sagatz über Probleme bei der Olympia-Übertragung.

Kurt Sagatz

Kein Wort mehr über die Eröffnungsfeier. Nichts mehr über Fakes und Folgen. Mit solchen Peinlichkeiten konnten die Fernsehzuschauer am Freitag nicht rechnen, dafür zeichneten sich vor Beginn der sportlichen Wettbewerbe ganz andere Pannen ab, für die die chinesischen Ausrichter der Spiele jedenfalls nicht verantwortlich gemacht werden können. Und die übrigens auch nur noch ein Teil der Fensehzuschauer ertragen musste – jener, der noch immer mit einem alten, analogen Röhrenfernseher im 4:3-Format fernsieht. Dass ein nicht unerheblicher Teil der Mattscheibe ungenutzt unter schwarzen Balken liegt, damit hat man sich abgefunden. Schlimmer indes war, dass beim Schaulauf der Nationen das Bild unvermittelt und unerklärlich auf die volle Größe aufsprang, um Sekunden später wieder auf das eingeschränkte 16:9-Format zurückzuhüpfen, und kurz danach mal nach unten, mal nach oben wuchs und schrumpfte.

Schlimmste Befürchtungen für die TV-Spiele mussten sich zwangsläufig bei allen Zuschauern breitmachen, die mit dem Kauf eines modernen Flachbildfernsehers noch etwas warten wollen. Glücklicherweise wurde das fröhliche Bilderhüpfen sehr schnell aus dem olympischen TV-Programm genommen, so dass selbst alte Analog-Gucker sich höchstens noch darüber ärgern können, dass man die Spielstände beispielsweise beim Handball nur noch aus kürzester Entfernung von der Bildröhre erkennen kann und dass oftmals eine kleine weiße Perlenkette am linken oberen Bildrand den Olympia-Genuss schmälert. So ist das eben in einer Zeit, in der sich nicht nur die olympischen Medaillenspiegel im Umbruch befinden, sondern sich gerade in technischer Hinsicht ganz neue Entwicklungen Bahn brechen. Allerorten und zu allen Zeiten sorgt die Digitaltechnik dafür, dass man keine Entscheidung verpassen muss. Ob mit DVB-T-Handy an der Bushaltestelle oder durch zeitversetztes Fernsehen mithilfe der Fernsehmediatheken, nichts geht verloren. Fest steht somit: So viel Olympia war nie.

0 Kommentare

Neuester Kommentar