Kommentar : Wichtiger Zoff um Claudia Pechstein

Wieder einmal wird vor Olympischen Winterspielen wegen Prozessen und Streitereien über die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein diskutiert. Diese Häufung lässt sie zwar wie eine Nervensäge wirken, doch sie hat jedes Recht dazu, meint unser Autor.

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Immer Ärger um Claudia Pechstein.
Immer Ärger um Claudia Pechstein.Foto: dpa

Jetzt wird also mal wieder vor Olympischen Winterspielen über die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein diskutiert werden. So war es 2002 in Salt Lake City, als ihr Zickenzoff mit Anni Friesinger Schlagzeilen produzierte, so war es 2006 vor den Spielen in Turin, als sie sich mit dem eigenen Verband stritt und so war es kurz vor Vancouver 2010, als sie vor einem Schweizer Gericht mit einem Eilantrag gegen ihre Dopingsperre scheiterte.

Und jetzt sind ihr schon die Schlagzeilen vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi sicher. Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird das Landgericht München I am 29. Januar 2014 über ihre Schadensersatzklage gegen den Eislauf-Weltverband und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft entscheiden. Diese Anhäufung von Prozessen und Streitereien lässt sie zwar wie eine Nervensäge wirken – und trotzdem hat sie jedes Recht dazu.

Nicht nur für den Rechtsstaat, auch für den Sport ist es wichtig, den Fall Claudia Pechstein vor einem Zivilgericht noch einmal zu behandeln. Zu viele Ungereimtheiten haben sich in den Jahren angesammelt, die Indizien sprechen inzwischen dafür, dass die Eisschnellläuferin zu Unrecht eine zweijährige Dopingsperre absitzen musste.

Das und ihr Recht auf Schadensersatz gilt es nun zu klären vor einem ordentlichen Gericht. Das Urteil könnte nicht nur Auswirkungen auf die beiden beklagten Verbände haben, die nicht gerade zu den finanzkräftigsten gehören. Sondern auch auf den gesamten Sport, der es sich möglicherweise zweimal überlegen wird, beim Dopingnachweis weiter mit indirekten Beweisen zu arbeiten.

Für den Sport bleibt allerdings zu hoffen, dass das Verfahren in München im nächsten Jahr ein schnelles Ende findet. Und nicht noch bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang dauert.

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