Kommentar : Zeit für neue Erfolge

Vom Druck befreit: Im Halbfinale der Eishockey-WM spielt die deutsche Mannschaft endlich ohne die Schatten der Vergangenheit.

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Die olympische Bronzemedaille von Innsbruck, das Drama im Penaltyschießen im Olympia-Viertelfinale gegen Kanada: Das sind die zwei Ereignisse, die das deutsche Eishockey seit Jahren belastet haben. Bis Donnerstag. Da hat sich die Nationalmannschaft vom Druck uralter Erfolge und dem Ruf, im wichtigen Moment zu scheitern, befreit. Innsbruck war 1976, Penaltyschießen 1992, und beides ist sportlich weniger wert als der Einzug ins Halbfinale der WM 2010. Diesmal mussten sich die Deutschen weit größerer Konkurrenz erwehren als 1976, und 2010 ist die Mannschaft weiter gekommen als 1992.

Die Gründe für den Aufstieg des deutschen Eishockeys? Das Zuschauerweltrekordspiel von Schalke, der Heimvorteil und ein wenig Glück – aber auch viel Aufbauarbeit von Bundestrainer Uwe Krupp. Vor vier Jahren noch spielten die Deutschen bei der B-WM gegen Israel, nun spielen sie im WM-Halbfinale gegen Russland. Krupp hat sich durch Rückschläge wie zuletzt bei Olympia nicht beirren lassen und es geschafft, die Mentalität seiner Spieler zu ändern. Schön mitspielen will die neue deutsche Generation nicht mehr, lieber unschön gewinnen. Das haben Spieler wie Christian Ehrhoff oder Marcel Goc in Nordamerika gelernt. In der besten Liga der Welt, der NHL, spielen so viele Deutsche wie nie – ein Beleg für den Aufstieg deutscher Eishockeyspieler. Den anderen Beleg gibt es an diesem Wochenende in Köln zu sehen. Denn was immer nun bei der WM für die Deutschen noch herauskommt: Von Platz eins bis vier, alles ist ein hervorragendes Ergebnis.

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