Kommentar zu Dennis Schröder : Mehr Schrempf, weniger Nowitzki

Die Atlanta Hawks verpflichten Dennis Schröder, seit Dirk Nowitzki landete kein deutscher Basketballer mehr so früh in der NBA. Vergleiche mit Nowitzki helfen aber weder Schröder noch dem deutschen Basketball, findet unser Kommentator.

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NBA im Blick: Dennis Schröder.
NBA im Blick: Dennis Schröder.Foto: dpa

Es ist ein großer Wurf für den deutschen Basketball: Erstmals seit 15 Jahren verpflichtet die NBA wieder einen Deutschen direkt für die beste Liga der Welt. Der letzte war Dirk Nowitzki und der wurde bekanntlich zu einem der besten Spieler der NBA-Geschichte.

Es wäre unfair und unsinnig, Dennis Schröder mit Nowitzki zu vergleichen. Nicht nur, weil der 1,86-Meter-Mann Schröder ein ganz anderer Spielertyp ist als der 2,13-Meter-Mann Nowitzki.

Einen neuen Nowitzki wird es ohnehin nie wieder geben, dafür ist Basketball in Deutschland zu klein und das Leistungsgefälle zu den USA zu groß.

Es wäre schon eine Sensation, wenn Dennis Schröder der neue Detlef Schrempf werden könnte. Der war kein Superstar wie Nowitzki, aber 19 Jahre lang ein wichtiger Spieler in seinen NBA-Teams. Selbst das wird schwierig genug für Schröder, der mit 19 Jahren noch reifen muss und feststellen wird, dass seine Athletik in den USA nicht so herausragend ist wie hierzulande.

Aber Basketball-Deutschland kann sich freuen, dass bald erstmals seit Ende der Achtzigerjahre drei Deutsche in der NBA spielen: Schröder, Nowitzki und Tim Ohlbrecht. Es gibt wieder Talente hierzulande, Förderligen und Quoten scheinen zu helfen. Es sind aber immer noch nicht genug. In der Bundesliga gibt es keine drei deutschen Stars. Wenn jedes deutsche Team wenigstens einen hätte, wäre das fast so viel Wert wie ein neuer Nowitzki.

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