• Kommentar zum Titel: Nach dem Sieg müssen die Volleys nicht nur das Niveau halten

Kommentar zum Titel : Nach dem Sieg müssen die Volleys nicht nur das Niveau halten

Zum dritten Mal in Folge sind die BR Volleys Deutscher Meister geworden. Die geglückte Titelverteidigung zeigt, dass die Volleys längst die neue Dominante im deutschen Volleyball sind. Nun müssen sie aufpassen, dass der Sport seine Spannung behält.

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Die Berliner Volleys feierten am Mittwochabend in der ZF Arena in Friedrichshafen ihren Sieg mit der Meisterschale.
Die Berliner Volleys feierten am Mittwochabend in der ZF Arena in Friedrichshafen ihren Sieg mit der Meisterschale.Foto: dpa

Es kann nicht alles perfekt sein. Zum dritten Mal in Folge sind die BR Volleys deutscher Volleyball-Meister und zum dritten Mal mussten sie in fremder Halle feiern statt vor den eigenen Fans. Das werden die Berliner verkraften können, denn sportlich lief wieder fast alles perfekt. Dass sie den einstigen Serienmeister VfB Friedrichshafen erneut in vier Spielen bezwangen, zeigt, dass die Volleys längst die neue Dominante im deutschen Volleyball sind. Und in Berlin sind sie nicht nur bei Zuschauerzahlen und beim Budget näher herangerückt an Füchse, Alba, Union, Eisbären und Hertha – und haben einige Klubs sogar überholt, was den sportlichen Erfolg angeht.

Manager Kaweh Niroomand, Trainer Mark Lebedew und die Mannschaft haben auf ihrem Feld jeweils Großes geleistet. Was kann da noch kommen? Eine Ära? Die Herausforderung für die Volleys ist nun, das eigene hohe Niveau zu halten und gleichzeitig Spielraum für Neues zu lassen. Die eingespielte Mannschaft kommt in die Jahre, das Team zu verjüngen, ohne Mannschaftsgeist und Siegermentalität zu verlieren, wird ein Spagat.

Die Volleys wollen die Lokomotive sein, die ihren Sport mitzieht, aber müssen aufpassen, die Konkurrenz nicht plattzuwalzen wie einst Dauersieger Friedrichshafen. Denn Spannung schafft nur der Wettbewerb. Seit 1998 teilen beide gut gesponserten Vereine alle Meistertitel unter sich auf, die Volleys haben in zwei Jahren nur fünf Bundesliga- und Play-Off-Spiele verloren, drei gegen den VfB. In der Liga stehen dagegen drei Klubs vor dem Aus. Der Aufstieg der Volleys ging zu schnell für den Rest, da sind entweder Geduld oder sogar Gegnerhilfe mit Know-How gefragt.

Die Volleys haben es so gut verstanden wie kaum jemand, Heimspiele zum Event zu machen. Um die Schmelinghalle mit neuem Publikum zu füllen, müssen sie häufiger spannende Spiele bieten. Oder einfach mal den Titel in Berlin feiern.

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