Kommentar zur Jahresbilanz der Nada : Die reine Vernunft

Die Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) finanziell zu fördern verspricht keinen Imagegewinn mehr. Doch die Nada ist auf finanzielle Unterstützung im Kampf gegen Doping angewiesen. Ein Kommentar von Tagesspiegel-Sportchef Friedhard Teuffel.

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Etliche Packungen mit verschiedenen Medikamenten liegen auf einem Tisch.
Doper sind kreativ - und verwenden teilweise viele unterschiedliche Mittel. Manche Substanzen lassen sich nicht im Urin, sondern...Foto: DPA

Leider führt gutes Training nicht immer zum guten Ergebnis, das muss die Nationale Anti-Doping-Agentur gerade feststellen. Die Arbeit der Nada macht derzeit einen besseren Eindruck als in den Jahren zuvor, auch die Führung hat sie schon länger nicht mehr verschlissen. Auf die finanzielle Belohnung aus Politik und Wirtschaft wartet sie jedoch vergeblich. Sie muss sogar Einschnitte befürchten.

Geld wird in den Sport immer noch genug gepumpt, aber mit Doping und auch seiner ritterlichen Seite, der Dopingbekämpfung, wollen immer weniger etwas zu tun haben. Die Nada hat mit ihrem Ansatz, das Gute im Sport zu fördern, ohnehin auch innerhalb des Sports starke Konkurrenten. Die Sporthilfe zum Beispiel. Auch die hat sich den Werten des Sports verschrieben – Leistung, Fairplay, Miteinander. Und die Nada musste nun selbst lobend erwähnen, dass die Sporthilfe mit ihrem Konzept, Athleten beim Aufbau einer beruflichen Perspektive zu unterstützen, im Grunde auch beste Dopingprävention betreibe.

Die Nada finanziell zu fördern, verspricht keinen Imagegewinn mehr. Für sie spricht eigentlich nur noch eines: die Vernunft. Weil eben keine andere Institution Dopingtests so organisieren kann wie sie. Und weil sich ohne aufwendige Dopingtests ehrliche Anstrengung kaum noch lohnt. Doch dieses Kontrollsystem hat seinen Preis. Wenn ihn überhaupt noch jemand bezahlen wird, dann allenfalls die Bundesregierung.

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